Wohin mich mein Schreiben schon geführt hat? Eine gute Frage. Eine Frage, die Kerstin Salvador, in ihrer Blogparade gestellt hat.
Ich gehöre zwar nicht zur schreibenden Zunft, aber ich schreibe sehr gerne. Schon immer. Deshalb habe mich entschlossen, bei der Blogparade mitzumachen und zu reflektieren, was das Schreiben für mich bedeutet.
Ehrlich gesagt, zuerst wollte ich gar nicht an der Blogparade teilnehmen. Ich dachte zwar, eine schöne Idee. Aber ich bin ja nicht wirklich in dem Metier unterwegs. Und, was soll ich schon schreiben? Doch dann hat es mir in den Fingern gekribbelt und mir wurde klar, ich habe etwas zu sagen, ähm … zu schreiben. Denn ich schreibe ja wirklich sehr gerne, also warum nicht? Und habe Kerstin zugesagt.
Dann fing ich wieder an zu grübeln, soll ich wirklich? Aber: Versprochen, ist versprochen! Also, los geht’s.
Wie alles anfing: Die ersten selbst geschriebenen Worte
Wenn ich mich nicht irre, habe ich die ersten Buchstaben schon vor der Schulzeit gemalt. Denn genau genommen malen wir Buchstaben, zumindest, wenn wir unsere Hand dazu nutzen. Und, da Malen und Zeichnen mich schon immer fasziniert haben – meine zeichnerischen Anfänge kannst du übrigens hier entdecken – kamen die Buchstaben quasi nebenbei dazu. Zumindest habe ich es so in Erinnerung. Buchstaben abmalen, das waren meine ersten Schreibversuche im Alleingang.
Später kam Schönschreiben in der Schule dazu. Ja, sowas gab es zu meiner Zeit noch. Und ich habe es geliebt. Bekam auch viel Lob vom Lehrer. Und hörte oft, manchmal noch heute: „Du hast so eine schöne Handschrift.“ Wobei es beim Schönschreiben ja nicht um die eigene Handschrift ging. Sondern die Wörter sollten nach Vorgabe kalligrafisch umgesetzt werden. – Ob ich noch irgendwo ein Heft von damals habe?
Ich liebe es noch immer mit der Hand zu schreiben. Tue es nur etwas zu selten. Nicht um der Worte willen. Sondern vor allem um des Schreibens willen. Buchstaben malen. Schön schreiben. Zwischendurch habe ich mich auch mal mit Kalligrafie und Handlettering beschäftigt. Allerdings fehlt mir die Zeit, um tiefer einzusteigen.
Tagebücher begleiten mich schon fast mein ganzes Leben lang
Erst kürzlich habe ich es beim Aufräumen entdeckt: mein allererstes Tagebuch. Ich muss etwa 11 Jahre alt gewesen sein. Es waren nur kurze Sätze. Belangloses Zeug – aus heutiger Sicht. Teenagerkram halt. 😉 Aber auch interessant, welche Gedanken ich damals hatte und was mich umtrieb.
Und dann fiel mir noch ein anderes Tagebuch in die Hände. Aus den 80ern. Ich werde es demnächst mal komplett durchschmökern. Da taten sich mir schon bei den ersten Seiten einige Aha-Momente auf. Könnte also spannend werden.

Seit etwa 11 Jahren schreibe ich in ein digitales Tagebuch, nachdem ich viele Jahre nichts mehr geschrieben hatte. Es ist eine Mischung aus Gedanken, Dinge, die mich umtreiben, ein bisschen aus dem Alltag. Beobachtungen. Worüber ich mich gefreut habe. Auch mal eine lustige Begebenheit mit meinem Hund. Eine Entdeckung oder Erkenntnis. Und auch Erinnerungen an früher, damit sie nicht vergessen gehen, falls die grauen Zellen mal nicht mehr so fit sind. Dann kann ich mich immer wieder daran erinnen und ggf. auch neu reflektieren. Also: ein bunter Mix. Ich korrigiere übrigens nie, ich schreibe einfach runter, was mir gerade in den Sinn kommt. Damit bloß kein Gedanke verloren geht. Denn in meinem Kopf ist immer enorm viel los. 😉
Seit dem 1. Juli 2024 habe ich ein neues digitales Tagebuch begonnen. Ich schreibe an meine Mom, die leider am 30. Juni 2024 verstorben ist. Als Ersatz für unsere täglichen Telefonate, die ich noch sehr immer vermisse. Es ist für mich wie ein unsichtbares Band, das weiter besteht und ich meine Trauer auf diese Weise verarbeite. Vielleicht schließe ich es zum Jahrestag ab und beginne ein neues. Mal sehen. Ich lasse mich am liebsten von meiner Intuition leiten, was sich gerade richtig anfühlt.
Als ich Schriftstellerin werden wollte
Wie schon erwähnt, ich male gerne Wörter und ich lese auch gerne. Das Lesen hat mich schon an die entlegensten Orte der Welt gebracht. In die verschiedensten Epochen. Alles so spannend. Diese Zeitreisen. Dabei immer auch Neues gelernt und entdeckt. So konnte ich stundenlang in fremden Welten untertauchen. Zeit und Raum vergessen.
Ach ja, da war noch die Sache mit den Nacherzählungen und Interpretationen der Bücher – das war mal so eine Macke von mir – so habe ich viele interessante Länder und Menschen quasi zweimal und noch besser kennengelernt.
Es war im Alter von knapp 20 Jahren als ich die irre Idee hatte: Ich werde Schriftstellerin. Ich wollte coole Romane schreiben. Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählen bzw. erfinden. Zeiten, die mich schon immer brennend interessiert haben. Ich kann nicht mehr sagen, welches Buch, den Ausschlag gab, aber ich war angefixt. Denn etwas anderes, dass ich auch liebe und schon immer gerne gemacht habe: Recherchieren, Dinge herausfinden, eintauchen in fremde Welten, neues herausfinden, Wissen erweitern.

Und so kaufte ich mir das eine oder andere Buch, um Schreiben zu lernen. Zum Beispiel „Grundlagen und Technik der Schreibkunst“. Lang, lang ist’s her … Ich hatte sogar schon Ideen im Kopf, worüber ich schreiben wollte. Aber dann kam das Leben dazwischen. Ich zog von zuhause aus. Und so verlor sich die Schreib-Idee irgendwo und irgendwann zwischen Job, dem Leben und 1000 anderen Dingen. Gelesen habe ich zu der Zeit auch nur noch wenige Romane. Gartenliteratur stand damals ganz hoch im Kurs.
Als ich das Bloggen für mich entdeckte
Was habe ich mich gefreut, als ich WordPress, die Blogosphäre, entdeckt habe. Genauer gesagt, mein Bruder – danke, mein Lieber – brachte mich drauf. Das war 2006. Ja, so lange blogge ich schon. Mein erster Blog existiert sogar noch. Ist allerdings mehr oder weniger im Ruhestand.
Zeitweise hatte ich fünf Blogs gleichzeitig. Ja, wirklich. Kein Witz! Das war …
- 365 Tage Gelb (ein 365-Tage-Projekt)
- Mach’s selbst (DIY-Tipps und Rezepte für Veggi-Gerichte)
- Naturfotografie by Heidrun
- Wilde Schönheiten (heute: Wild. Grün. Bunt.) und
- mein alter (erster) Business-Blog – mit ca. 600 Beiträgen.
Und dann kam ChatGPT
Wie kamen wir bisher ohne KI aus? Wie konnten wir Texte ohne KI schreiben? Es kommt mir manchmal so vor, als wäre es der heilige Gral und ohne können wir jetzt nicht mehr sein. Nicht mehr ohne schreiben. Und auch sonst: überall muss KI drin sein, sonst taugt es nichts. So fühlt sich manchmal an.
Aber, ist das so?
Nein. Ich bin mittlerweile eher vom Gegenteil überzeugt. ChatGPT macht viel kaputt, vor allem, wenn man es übertreibt. Die kognitiven Fähigkeiten leiden enorm. Und ich habe inzwischen das Gefühl, die KI infiltriert mich, wäscht mein Gehirn. Und ich werde faul. Ds gefällt mir gar nicht!

Das brachte mich schließlich dazu, mich von ChatGPT wieder deutlich zu distanzieren. Für solche Dinge wie Ideenfindung, falls mir mal nichts passendes einfällt, oder für Übersichten, Struktur für einen Beitrag und ähnliches, werde ich das Tool weiterhin nutzen. Das ist eine schöne Hilfe.
By the way: ich verwende, wenn ich von KI spreche oder schreibe auch wieder eine technische Formulierung. Denn es ist weder ein Mensch, auch wenn es sich manchmal so anfühlt. Noch ist es eine Intelligenz! Es ist ein Datenspeicher, der trainiert werden kann und dann durchaus recht gute Ergebnisse liefert, die sicher mit der Zeit auch noch besser werden.
Nun, wie auch immer, wenn du magst, meine kritischen Gedanken dazu, habe ich in dem LinkedIn-Beitrag „Sieht so die Zukunft aus?“ geteilt, den du gerne lesen und auch kommentieren kannst.
Buchprojekte: Wer träumt nicht davon, ein eigenes Buch zu schreiben?
Ja, ich träume wieder davon. Und habe mir gleich zwei vorgenommen. Das erste Buch soll ein Rückblick auf meine 22 Jahre Selbstständigkeit werden. Mit allen Höhen, Tiefen, Learnings, Anekdoten, Kundenprojekte und noch das eine oder andere, was mir vermutlich beim Schreiben einfällt.
Und das zweite: „Mein Mama-Buch“. Die Geschichte meiner Mom, mein Blick auf ihr Leben, ihre Erinnerungen, die ich aufgeschrieben und aufgenommen habe. Ihre Zeit vor dem 2. Weltkrieg in ihrer Heimat, der Neumark. Der späteren Vertreibung. Ihrem schweren Neuanfang in Schleswig Holstein. Und meine Erinnerungen an fast 60 gemeinsame Jahre. Daran arbeite ich aktuell.
Jeden Tag ein (guter) Gedanke
Seit ziemlich genau eineinhalb Jahren führe ich auch ein Gedanken-Büchlein, auch eine Art Tagebuch. Hier trage ich jeden Abend einen Gedanken zum Tag ein. Gute und auch weniger gute. Ein Satz oder nur ein paar Worte, die meinen Tag geprägt haben. Etwas das besonders hängen geblieben ist. Immer ganz spontan, ohne lange nachzudenken.
Digital vs. Analog
Weil mein Hirn immer viel zu „sagen“ hat und die Gedanken so schnell durch die Hirnwindungen purzeln, schreibe ich mein aktuelles Tagebuch am Computer. Ich haue einfach in die Tasten. Korrigieren und ggf. optimieren kann ich ja immer noch, wenn ich das will. Ich kann zwar auch schnell mit der Hand schreiben, habe sogar mal Steno gelernt, aber hinterher kann ich oft nicht alles entziffern.

Mein Bujo (Bullet Journal) ist analog. Meine Notizen, ein Stichwort zu etwas oder eine Idee, schreibe ich auch meist auf Papier. Mit den digitalen Tools werde ich einfach nicht wirklich warm. – Bin ich ein Fossil, wenn ich so was zugebe? – Mir ist das einfach zu viel drumherum. Für Ideen und Gedanken ist mir Stift und Papier einfach am liebsten. Und ich merke mir Dinge auch viel besser, wenn ich sie mit Hand geschrieben habe. – Mit der Hand kann man besser denken, woher habe ich den Satz? „grübel*
Und sonst? Ich male noch immer gerne Buchstaben und Wörter, wo und wann es mir gerade in den Sinn kommt – wenn ich Zettel und Stift in die Finger bekomme.
Was bedeutet das Schreiben für mich?
Das Schreiben ist eine unglaubliche Bereicherung für mich. Ich reflektiere. Für mehr Klarheit. Erkenntnisse. Learnings. Das Schreiben hat mir schon oft geholfen, in schwierigen Zeiten besser klar zu kommen. Es ist für mich ein wunderbarer Quell der Erinnerungen, wenn ich später in meinen alten Texten herumlese. Und merke, wie sich mein Stil, meine Worte, verändert haben. Oder auch nicht. Welche Gedanken mich in früheren Jahren umtrieben. Dinge, die ich schon vergessen hatte. Und es gibt auch immer wieder Aha-Erlebnisse und spannende Erkenntnisse, wenn ich zurückblättere. Digital oder anlalog.
Das Schreiben ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und wird es immer bleiben. Meine Texte könnten sicher manchmal besser sein. Aber sie sind 100 Prozent ich! Ich liebe es und werde weiter schreiben. Meine Blogs versorgen, Social Media (das wird jedoch immer weniger), mein Tagebuch, meine beiden Bücher …
Das schriftliche Reflektieren ist ein enorm wichtiger Teil in meinem Leben. Ich kann immer wieder darauf zurückgreifen und mich mit den aufgeschriebenen Gedanken sogar Motivieren, wenn ich lese, welche Situationen ich schon gemeistert habe.
Dir ist es sicher aufgefallen, es gibt einige Dopplungen. Und der Text ist alles andere als rund. Das passiert, wenn ich einfach runterschreibe. Aber mir fehlte die Zeit und wollte doch bei der Blogparade dabei sein. Also sorry.
PS: Apropos „Schreiben“. Wenn du ein Thema, eine Idee für einen Gastbeitrag hast, melde dich gerne bei mir.

… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos & Branddesigns. Sie unterstützt kleine Manufakturen, Solo-Selbstständige & Visionär*innen beim gesamten Markenauftritt. Ihr Angebot richtet sich an Menschen, die für ihre Idee brennen, die Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen und etwas in dieser Welt bewirken wollen.
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