Hast du dich das auch schon mal als Selbstständige gefragt? Ich ja.
Kürzlich bin ich zufällig über eine Blogparade gestolpert, die mich sofort gecatcht hat. Es geht dabei genau darum: Warum tu ich mir das eigentlich an? Mir war sofort klar, dazu muss ich unbedingt meinen Senf dazugeben.
Warum tue ich mir das eigentlich an?
Diese Frage habe ich mir letztes Jahr öfter gestellt, als es mir lieb war. Und, wenn ich ehrlich bin, 2025 das schwierigste Jahr seit meinen Anfangsjahren. Das hat mich ziemlich schockiert, denn mit so einem Einbruch hatte ich nicht im Entferntesten gerechnet.

Da sich auch nach zig Wochen einfach nichts besserte, obwohl ich alles andere als untätig war, hatte ich irgendwann einen Punkt erreicht, wo ich mich gefragt habe: Warum mache ich immer noch weiter? Bringt ja doch nichts. Ja, ich war richtig frustriert und meine Motivation war im Keller. Aber so richtig.
Wenn plötzlich nichts mehr funktioniert
Alles hatte sich gefühlt gegen mich verschworen. Bereits zugesagte Projekte wurden gecancelt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Andere kamen erst gar nicht zustande, aus den unterschiedlichen Gründen.
Ich habe alles Mögliche versucht. Ich habe mein Business noch einmal komplett auf den Prüfstand gestellt, Dinge verändert, Neues ausprobiert und manches auch wieder verworfen. Aber es wollte einfach nichts funktionieren.
Selbstständigkeit aufgeben? Und dann?
Der Frustrationspegel wurde immer höher und ich habe ernsthaft überlegt, alles hinzuschmeißen. Aber nach 22 Jahren wieder in eine Festanstellung? Das konnte ich mir nicht wirklich vorstellen.
Wobei, ich hatte es sogar versucht und Bewerbungen für einen festen Job geschrieben – erfolglos bis auf eine kleine freie Projektarbeit. Was mich allerdings nicht wirklich gewundert hat, denn mit meinen 61 Jahren war eine Rückkehr in die Kreativbranche als Angestellte nicht gerade realistisch.
(Zum Thema Alter in der Kreativbranche habe ich übrigens einen ausführlichen Beitrag geschrieben → „50plusSaukreativ“.)
Du fragst dich jetzt, warum ich dennoch weitergemacht habe? Weil es für mich einfach keine Option gab, die ich mir hätte vorstellen können oder machbar gewesen wäre. Noch einmal unter „Aufsicht“ arbeiten? Da kräuselte sich alles in mir.
Freiheit hat ihren Preis.
Denn Selbstständigkeit bedeutet für mich nicht, jeden Tag um 16 oder 17 Uhr den Rechner auszuschalten und Feierabend zu haben. Im Gegenteil. Mein Kopf beschäftigt sich eigentlich ständig mit meinem Business. Ideen kommen beim Laufen mit meinem Hund, am Wochenende, abends, wenn andere schon längst im „Traumland“ sind. Ja, das kann zuweilen anstrengend sein.
Aber ich nehme diesen für mich kleinen Preis sehr gerne in Kauf.
Für die Freiheit, selbst zu entscheiden. Was ich wann und wie tue. Und überhaupt: Das zu tun, was ich liebe!
Nicht aufgeben. Verändern.
Also habe ich mein ganzes Business noch ein weiteres Mal links gemacht, alles, jedes Detail unter die Lupe genommen und meine Website mit allem Drum und Dran überarbeitet. Und dann endlich, im Herbst, kamen wieder ein paar Aufträge rein.

Die Motivation kam langsam zurück, ich blieb dran und seit Anfang des Jahres läuft es wieder richtig gut. Nicht, weil plötzlich alles von alleine läuft, sondern weil ich weitergemacht und weitere Parts verändert habe.
Und heute?
Ich würde es wieder tun.
Ja, die Selbstständigkeit hat ihre Vor- und Nachteile. Wie alles im Leben.
Dennoch, ich würde mich immer wieder dafür entscheiden. Die Ups and Downs gehören eben dazu. Ich liebe meinen Job, genieße meine kleinen Freiheiten, das ist mir einfach enorm wichtig. Anders kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen.
Wenn du gerade selbst feststeckst
Sieh dir an, was du schon geschafft hast. Das ist sicher nicht wenig. Frage dich: Was kann ich verändern? Wo oder was hat Potenzial? Gibt es einen anderen Weg für mich? Und hol dir Unterstützung. Rede mit Menschen, denen du vertraust.
Was oft auch hilft: Geh einen Schritt zurück. Mach eine Pause, wenn möglich. Spiele verschiedene Ideen durch und probiere etwas Neues. Streiche nicht einfach die Segel, zumindest, wenn du für dein Business, deinen Job, brennst, so wie ich.
Es geht immer etwas.
Das vielleicht Wichtigste, was ich aus solchen Phasen gelernt habe: Eine schwierige Phase bedeutet nicht automatisch, dass der Weg falsch ist. Manchmal bedeutet sie nur, dass etwas verändert werden muss.
Und dann: einfach Machen und schauen, was geht. Dranbleiben. Denn: Es geht immer etwas, das habe ich immer wieder so erlebt. Wie steinig der Weg auch manchmal sein mag.
Manchmal weiß man einfach nicht, wie es weitergeht. Man weiß nur, dass es irgendwie weitergehen muss. Und dann bleibt eigentlich nur eine Sache zu tun: den nächsten Schritt machen. Losgehen. Schauen, was passiert. Weitermachen.
Vielen Dank an Céline Tüyeni für diese tolle Blogparade. Ich war sehr gerne dabei!
Mehr zur Blogparade „Warum tu ich mir das eigentlich an?“ erfährst du → hier.

… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos & Branddesigns. Sie unterstützt kleine Manufakturen, Solo-Selbstständige & Visionär*innen beim gesamten Markenauftritt. Ihr Angebot richtet sich an Menschen, die für ihre Idee brennen, die Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen und etwas in dieser Welt bewirken wollen.
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