Wie bereits seit ein paar Jahren, schreibe ich Ende Juni keinen Monats- sondern einen Halbjahresrückblick. Wenn ich mir die ersten sechs Monate anschaue, über alles, was war, nachdenke, weiß ich jetzt auch, warum sich dieses Halbjahr anders angefühlt hat als das vergangene.
Müsste ich es in ein oder zwei Sätzen zusammenfassen, dann so:
Ich muss gar nicht immer nach Neuem suchen. Oft reicht es schon, einfach mal genauer hinzuschauen, was eigentlich schon längst da ist. Dann die Dinge sortieren und den Fokus im Blick behalten.
Das Jahr startete eher zäh, aber das ist im Januar oft so. Aber ich denke, mir steckte auch noch das Gruseljahr 2025 etwas in den Knochen. So ein Jahr wollte ich nicht noch einmal erleben. Weitermachen wie bisher war keine Option für mich.
Ich war ehrlich zu mir und gestand mir ein: mein bisheriges System funktionierte einfach nicht mehr. Natürlich haben auch die äußeren Umstände ihren Teil zum unschönen 2025 beigetragen. Rückblickend kann ich heute sagen, ich musste nicht alles neu machen. Ich musste vieles nur anders betrachten. Genauer hinsehen.
Aus Klarheit entstehen neue Ideen
Meine Markenbegleitung
Also habe ich mir Zeit genommen und als Erstes einen Marketingplan erstellt, der wirklich zu mir passt, damit ich dran bleibe und nicht wieder in alte Muster verfalle. Ich habe Luft gelassen für neue Ideen. Für meine Website und den Blog und überlegt, was ich in den nächsten Monaten stärken möchte. So entstand unter anderem meine neue Markenbegleitung.

Dank meiner Freebie-Aktion im April/Mai hat mich meine erste Kundin für die Markenbegleitung gefunden. Wir sind inzwischen schon gut vorangekommen. Der Markenkern steht, der Claim auch. Es macht mir unglaublich viel Spaß. Denn einer meiner Erkenntnisse Anfang des Jahres war, dass ich die Designarbeit nach wie vor liebe, super gerne neue Logos und Branddesigns entwickele, aber auch eine längere, intensive Zusammenarbeit ebenso. Ich möchte fast sagen, sie sogar brauche.
Ja, das ist es. Ich möchte Marken nicht nur gestalten. Ich möchte sie ein Stück ihres Weges begleiten.
Mini-Marken-Quiz
Im Zuge all der Neuerungen und Entwicklungen, auch daran war im Grunde die Freebie-Aktion „schuld“, kam ich drauf, dass meine Freebies zwar okay sind und auch abgerufen werden, aber ich wollte etwas Neues ausprobieren. Etwas Interaktives – wusste aber noch nicht so recht was das sein könnte.
Irgendwann – vermutlich mal wieder beim Draußen gehen – wurde mir klar, dass viele Menschen gar nicht wissen, wo ihre Marke gerade steht. Dafür wollte ich ein unkompliziertes Werkzeug entwickeln.

Der Zufall kam mir zur Hilfe. In einem Newsletter las ich von Vibe Coding – erstelle ganz easy kleine Apps. Das hörte sich cool an. Ich recherchierte, fand auch etwas Passendes, war mir aber nicht sicher, ob das das Richtige für meine Idee ist. Vielleicht zu groß? Also habe ich ChatGPT gefragt, ob „er“ eine Idee hat, wie ich mein neues, geplantes Freebie möglichst einfach aufsetzen kann. Sein Tipp war Tally.
Und so entstand zusammen mit der KI und zwei Testläufen bei ausgewählten Kontakten mein Mini-Marken-Quiz.
Probiere es gerne einfach mal aus, es dauert nur 2 Minuten und hinterher weißt du, wo deine Marke aktuell steht und welche Potenziale vielleicht noch im Verborgenen liegen.
Interview-E-Book-Reihe „Frag mich mal!“
Ja, ja der Januar … es war gut, dass es da noch so ruhig war, denn so konnte ich all meine Ideen anstoßen. Dazu gehörte auch die Interview-Reihe „Frag mich mal!“.
Sie entstand ursprünglich aus einem Gastbeitrags-Tausch mit Maria Al-Mana. Inzwischen hat sich Maria ins Rentnerdasein verabschiedet und ich führe die Reihe nun alleine weiter.

Bisher sind fünf Ausgaben erschienen und die sechste Ausgabe ist bereits in Arbeit. Dieses Mal ist Kerstin Beckert meine Interviewpartnerin, das Thema: Vielfalt.
Steady – Mein Kreativ-Labor
Aber das war noch nicht alles, was dieses Jahr neu dazu kam. Ich hatte schon länger mit Steady geliebäugelt. Gestartet bin ich mit drei Goodie-Paketen und wollte so einerseits eine kleine Community aufbauen und andererseits, ein kleines Nebeneinkommen generieren, um meine kreativen Testläufe und Ideen zu sponsern.

Es kam aber nicht wirklich an und ich merkte auch, dass mir das zu viel wird. Noch eine Baustelle. Zumal sich inzwischen erste Jobs ankündigten. Also habe ich mein Steady gestoppt und eine Weile später neu gestartet – als mein Ventil für alles Kreative, was nirgendwo hinpasst. Ohne Druck. Wenn ich Zeit und Lust habe, lasse ich einen Beitrag dort. Immerhin habe ich so mein 365-Tage-Foto-Projekt gestartet und ein paar Follower gibt es inzwischen auch.
Was draus wird?
Ich lasse es einfach laufen – ein bisschen Wildwuchs ist doch schön, oder?
So wurde mir in den letzten Monaten immer klarer, was mir wirklich wichtig ist:
Menschen auf einem Stück ihres Weges über einen längeren Zeitraum zu begleiten. Orientierung zu geben. Gute Ideen und Menschen miteinander zu verbinden und sichtbar zu machen. Und meiner eigenen Kreativität wieder mehr Raum zu schenken.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis dieses ersten Halbjahrs?
Was sich dadurch verändert hat
Und siehe da: Bereits im Februar merkte ich, dass mein Plan offensichtlich funktioniert. Es kam Bewegung in mein Business und im März nahm es richtig Fahrt auf. Plötzlich wurde ich sogar wieder über Google gefunden.
Ich deute es als Zeichen, dass Klarheit offenbar nicht nur mir hilft, sondern auch meiner Sichtbarkeit. Was mich natürlich sehr freut.



Inzwischen durfte ich drei schöne Branding-Projekte (siehe oben) begleiten. Ein weiteres sowie meine erste Markenbegleitung wachsen und gedeihen noch.
Daneben gab es auch noch einige kleinere Projekte, die eine schöne Abwechslung waren. Ich liebe diesen Mix, er macht meine Arbeit spannend und lebendig!
Erkenntnisse, Experimente und offene Fragen
Neben der Tatsache, dass ich wieder öfter über Google gefunden werde und dadurch sogar zwei neue Kundinnen gewonnen habe, gab es noch ein paar andere Überraschungen.
Meine Freebie-Aktion
Eine weitere spannende Erfahrung war die Freebie-Web-Aktion im Frühjahr. Die Resonanz auf die einzelnen Angebote fiel zwar sehr unterschiedlich aus, aber die meisten Teilnehmenden möchten bei der zweiten Runde, die für den Herbst geplant ist, wieder dabei sein.
Dank der Feedbacks und unserer Erfahrungen, kann ich eines schon jetzt sagen: Das einander Sichtbarmachen soll noch stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Denn gemeinsam erreicht man schließlich meist mehr als allein.
Ich freue mich schon jetzt drauf.
Wiederbelebung meines Podcast
Ach ja, der Podcast, meine „Little Green Steps“ … Nach 22 Folgen hatte ich ihn im Mai 2025 stillgelegt. Ich hatte zwar viel positives Feedback bekommen, allerdings hatte ich irgendwann einfach keinen Nerv mehr dafür und habe ihn pausiert.
Das sollte sich dieses Jahr wieder ändern und habe ihn von Anfang an in meinem Marketingplan berücksichtigt. Wie das jedoch oft so ist, kam immer wieder das Tagesgeschäft dazwischen und schob den ReStart immer wieder auf. Umso schöner war es, als ich vor ein paar Wochen endlich wieder auf „Aufnahme“ klicken konnte.

Inzwischen sind die ersten beiden neuen Folgen „on air“ und Montag (6. Juli) kommt die nächste Folge.
Was ich nicht unerwähnt lassen will: Auch hier gab es Änderungen in der Ausgestaltung und der Podcast erscheint nun statt wöchentlich, im 2-wöchigen Wechsel mit meinem Newsletter.
So weit so gut.
Jedoch ließ sich nicht alles so umsetzen, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Meine Pro-Bono-Aktion
Bei einer anderen Sache bin ich mir noch nicht sicher, was ich mache: Eigentlich wollte ich diesen Sommer wieder meine Pro-Bono-Aktion für Vereine und Initiativen starten. Allerdings war die Resonanz in den vergangenen Jahren sehr überschaubar. Warum das so ist?
Darüber kann ich nur spekulieren. Vielleicht fragen sich viele: „Wo ist der Haken?“, oder sie vermuten, dass dann später doch etwas verkauft werden soll. Was definitiv nicht der Fall ist.
Möglicherweise gibt es dieses Jahr etwas Anderes für die gute Sache – eine Idee hab‘ ich schon. Schau’n mer mal.
Die Freude ist zurück
Kundenfeedbacks
Besonders gefreut habe ich mich über die vielen positiven Rückmeldungen meiner Kundinnen. Diese besonderen Momente, das ist es, was mich immer wieder daran erinnert, warum ich mein Business so liebe. Auch nach 22 Jahren noch. – Übrigens, eine Kundin hatte sogar extra ein Instagram-Reel gebastelt, was mich zutiefst berührt hat.
„Sie ist eine wunderbare Designerin, die ihre Arbeit mit so viel Leidenschaft, Kreativität und Herzblut macht. Das sieht und spürt man direkt. Ihre Kreationen strahlen für mich eine wunderbare, natürliche Schönheit aus.„
(Sabrina Sundermeier, SaSu Wind)
Wenn du neugierig bist: Es gibt zwei neue Kundeninterviews. Ich liebe diese Gespräche, weil sie zeigen, wie unterschiedlich jede Markenreise verläuft. Und meine Kund*innen finden es auch immer wieder spannend, selber noch einmal zurückzuschauen, wie sich alles entwickelt hat.
Und erst vor kurzem wurde mir klar, dass mir neben meinem Brandbook und meinem Marketingplan, der endlich zu mir passt, jetzt noch etwas gefehlt hat: ein …
Markenkompass
Er hilft mir, den roten Faden nicht aus den Augen zu verlieren. Immer wenn ich jetzt mal wieder eine Idee habe oder einen Beitrag schreiben möchte, werfe ich zuerst einen kurzen Blick drauf. Passt das? Oder ist es zwar spannend, passt aber jetzt nicht? In diesem Fall kommt die Idee in meine „Ideenkonserve“ – ein analoges Notizbuch.
Früher hatte ich viele Ideen. Die habe ich immer noch, aber inzwischen auch einen Kompass. Sehr nützlich sowas. 🙂
Gut möglich, dass all das auch der Grund ist, warum sich LinkedIn inzwischen wieder viel leichter anfühlt. Meine aktuellen Postings und Kommentare kommen jedenfalls viel besser an, trotz der ständigen Algorithmus-Änderungen.
Mein Blog-Halbjahr
Ich war fleißig, wie ich gerade feststelle: 30 Blogbeiträge (incl. diesem) in den ersten sechs Monaten.
- Der beliebteste Blogartikel: Das Kundeninterview mit Sabrina Sundermeier.
„Wenn die eigene Geschichte zum Herzensbusiness wird“
- Mein persönlicher Lieblingslings-Artikel:
„Frieden beginnt im Kleinen.“ (Danke, liebe Lydia G. Gajewsky für diese großartige Blog-Aktion!)
Entwicklung Klicks & Co.
- Website: Die Website hat sich in den vergangenen Monaten besonders gut entwickelt. Die Zugriffe und Besucherzahlen sind deutlich gestiegen. Einen großen Anteil daran hatte sicher die Freebie-Aktion im Frühjahr. Aber auch danach sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr deutlich darüber geblieben. Und das liegt nicht nur an den KI-Crawlern.
- LinkedIn: Auch LinkedIn entwickelt sich gut. Ganz organisch, die richtige Richtung. Denn viel wichtiger als möglichst viele neue Follower oder Impressions, ist mir der Austausch. Und genau dort merke ich, dass sich etwas verändert hat: mehr Engagement.
- Podcast: Die Zahlen sind nach zwei Folgen natürlich noch nicht wirklich aussagekräftig. Aber der Trend ist positiv. Immerhin sechs neue Abos und knapp 100 Abrufe.
- Newsletter: Die Empfängerzahl wächst zwar nur langsam, aber stetig. auch hier gilt für mich: Lieber Menschen, die wirklich mitlesen, als hohe Zahlen ohne Verbindung.
Wenn ich auf all diese Zahlen schaue, bestätigen sie vor allem eines: Mein Weg fühlt sich nicht nur richtig an – er scheint es auch zu sein. Lieber langsam und organisch wachsen als möglichst schnell. Lieber ehrliche Gespräche als schnelle Reichweite. Und lieber Inhalte, die zum Nachdenken anregen, als jeden Tag den nächsten Tipp veröffentlichen.
Fazit und ein kleiner Ausblick
Wenn ich dieses erste Halbjahr in wenigen Worten zusammenfassen müsste, dann so:
Bestehendes wiederentdeckt. Auf den Punkt gebracht. Den Fokus, die Freude und das Feuer für meine Arbeit wiedergefunden.
Und zum Schluss noch ein paar Worte dazu, was ich mir für das zweite Halbjahr wünsche und geplant habe: vor allem weiterhin dranbleiben. Immer wieder in Erinnerung rufen, dass gute Ideen nicht weglaufen. Manche dürfen sofort wachsen. Andere brauchen einfach noch ein bisschen Zeit. Oder es stellt sich heraus, die Idee war doch nicht so gut. Denn nicht jede hat das Zeug dazu, auch das Licht der Welt zu erblicken.
Wobei … es juckt mir ja schon wieder in den Fingern. Am liebsten würde ich dir jetzt erzählen, woran ich gerade tüftele. Aber das lasse ich jetzt hübsch bleiben. Wenn es reif ist, dann erzähle ich dir davon.
-> Wenn du mich auf meinem weiteren Weg begleiten möchtest, freue ich mich, wenn wir in Verbindung bleiben – hier im Blog, über meinen Newsletter, den Podcast oder auf LinkedIn. Such dir einfach den Kanal aus, der am besten zu dir passt.
PS: Fast vergessen, hier kommt noch die Juni-Foto-Collage – für mein 365-Tage-Foto-Projekt …
PPS: Lass mir gerne einen Kommentar da, ich freue mich sehr darüber und schaue auch bei dir vorbei.


… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos & Branddesigns. Sie unterstützt kleine Manufakturen, Solo-Selbstständige & Visionär*innen beim gesamten Markenauftritt. Ihr Angebot richtet sich an Menschen, die für ihre Idee brennen, die Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen und etwas in dieser Welt bewirken wollen.
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