Ein Logo muss nicht immer komplett neu gestaltet werden. Manchmal ist es eine behutsame Weiterentwicklung der bessere Weg, wenn sich eine Marke verändert hat und bestimmte Werte stärker sichtbar werden sollen.
Genau das war der Fall beim Logo-Redesign für Ellis Puppen von Christine. Natur, Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und Handmade sollten im neuen Markenauftritt deutlich stärker sichtbar werden. Gleichzeitig sollten jedoch bestehende Elemente der bisherigen Marke erhalten bleiben.
In meiner Case Study gehe ich die einzelnen Schritte durch – vom bestehenden Logo über Moodboard und erste Entwürfe bis hin zum finalen Logo und den dazugehörigen Printmaterialien.
Das Projekt auf einen Blick
Kunde: Ellis Puppen / Christine Schrade
Aufgabe: Redesign des Logos und Weiterentwicklung des Markenauftritts
Ziel: Natur, Nachhaltigkeit und Handmade stärker sichtbar machen
Gestaltung: Logo, Farbwelt, Illustrationen und verschiedene Printmaterialien
Zusätzliche Anwendungen: Pflegekärtchen, Hangtag und Vorlage für die Stoffeinnäher
Startpunkt: Ein Logo mit Geschichte

Für Ellis Puppen hatte ich bereits einige Jahre zuvor das Branding entwickelt. 2018 haben wir dann schon einmal eine kleine Änderung vorgenommen, wir haben die Typografie geändert und „Ellis“ als Marke eingetragen. Natürlich musste jetzt auch das ® im Logo sichtbar werden.
Ein paar Jahre später stand ein erneuter Relaunch an.
Dieses Mal ging es darum, die gestalterische Sprache weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollte deutlicher werden, wofür Ellis Puppen steht: handgefertigte Puppen, natürliche Materialien, Nachhaltigkeit und liebevolle Handarbeit.
Das bisherige Logo war mit seinen bunten, eher kindlichen Farben nicht mehr ganz passend.
Wichtige Elemente sollten auf jeden Fall erhalten bleiben: Wichtige Elemente sollten auf jeden Fall erhalten bleiben: Die Schrift und der charakteristische Puppenkopf als vertraute Verbindung zur bisherigen Marke.
Was sollte sich beim Logo-Redesign verändern?
Die Aufgabe war also eine Art Balanceakt: Das Logo sollte neu und zeitgemäß wirken, die Werte klar vermitteln, aber auch die bisherige Identität behalten.
Kurz: Vom bisherigen, bunten Kinderlook sollte die Marke jetzt eine natürliche, handgemachte und etwas hochwertigere Anmutung erhalten. Dafür haben wir unter anderem die Farben verändert und neue Gestaltungselemente entwickelt.
Vom Moodboard zu den ersten Ideen
Meine Kundin Christine hatte bereits viele Ideen für das neue Logo. Unter anderem dachte sie an Hände als Symbol für Handmade und Handarbeit. Naheliegend.

Auch ich habe zunächst in diese Richtung gedacht, aber mir war relativ schnell klar, das ist zu beliebig. Also hab‘ ich gehirnt und alles auf einem Mood- bzw. Ideenboard zu den Themen Handmade, Puppen, Natur, Stoff, Nähen und Nachhaltigkeit gesammelt. Parallel dazu habe ich mir auch schon Gedanken zum Stil des Logos, zu Farben und zur grundsätzlichen Anmutung gemacht.
Wozu ein Moodboard? Es hilft mir einfach dabei, mich nicht zu früh auf eine einzelne Idee festzulegen, sondern erstmal eine visuelle Richtung zu finden.
Die Idee mit den Nähnadeln
Nachdem mein Moodboard mit vielen Ansätzen und Ideen gefüllt war, passierte es wie so oft: Plötzlich eine Eingebung, ich weiß jetzt wie: im Namen Ellis gibt es ja zwei „L“. Warum also nicht aus diesen beiden Buchstaben Nähnadeln machen?
Passt perfekt, dachte ich: Die Nähnadeln haben einen direkten Bezug zur Handarbeit, greifen das Thema Nähen auf und funktionieren gleichzeitig als Teil des Markennamens. Genau diese Verbindung finde ich bei einem Logo besonders spannend: Das Gestaltungselement ist nicht einfach dekorativ, sondern erzählt etwas über die Marke.
Außerdem bringen sie eine gewisse Dynamik in die Wortmarke und werden zu einem kleinen visuellen Eyecatcher.
Der Puppenkopf sollte auch erhalten bleiben, weil er ja bereits ein bekanntes Element der Marke war und so blieb die Verbindung zum bisherigen Logo bestehen.
So bekam das neue Logo gleich mehrere Ebenen:
- die Marke Ellis
- die beiden Nähnadeln als Hinweis auf Handmade und Nähen
- den Puppenkopf als vertrautes Markenelement
- eine neue, natürlichere Farbwelt
Und aus einzelnen Ideen wurde ein zusammenhängendes Gestaltungskonzept.
Farbwelt und Gestaltung
Auch die Farben wurden komplett geändert.
Die bisherigen, eher bunten Kinderfarben wichen einer leichteren und natürlicheren Farbpalette. Damit sollte das Logo weniger nach klassischem Kinderprodukt wahrgenommen werden, das war Christine sehr wichtig. Im Vordergrund sollte jetzt das Handgefertigte, Natürliche und Hochwertige stehen.
Die Farbwelt ist auch bei einer Erneuerung eines Designs ein wichtiger Faktor. Denn Farben transportieren nicht nur Stimmung, sie beeinflussen wesentlich, wie eine Marke wahrgenommen wird.
Die Farbgestaltung sollte die veränderte Positionierung der Marke unterstützen.
Vom Entwurf zum finalen Logo
Auch für dieses Redesign brauchte es einige Schritte bis zum finalen Entwurf. Aus der Basisidee habe ich verschiedene Varianten entwickelt. Gemeinsam mit Christine haben wir diese verglichen und die Gestaltung in mehreren Abstimmungsrunden immer weiter verfeinert, bis sie für uns beide stimmig war.

Natürlich achte ich dabei auch immer darauf, dass ein Logo in unterschiedlichen Größen und Anwendungen funktioniert und dabei erkennbar bleibt.
Am Ende entstand das neue Ellis-Logo – hier ohne Claim

Vom Logo zum gesamten Markenauftritt
Das Logo ist natürlich nur ein Teil eines Markenauftritts. Und so haben wir das neue Logo, Farben und Gestaltungselemente gleich noch für einige Dinge umgesetzt. Das waren unter anderem:
- ein Pflegekärtchen im DIN A6-Format
- ein Hangtag
- eine Vorlage für die Stoffeinnäher
- die Püppi-Illustrationen farblich aktualisiert

So entstand aus einem einzelnen Logo Schritt für Schritt ein einheitlicher visueller Auftritt.
Du möchtest alle Elemente sehen?
Auf Behance habe ich das erste und das Redesign inkl. Illustrationen und Anwendungen zusammengestellt.
Auch die Website wurde angepasst
Die Website und den Shop hat Christine anschließend selbst umgebaut, mit meiner beratenden Unterstützung beim Layout.
By the way: Nicht immer müssen alle Elemente eines Markenauftritts zwingend von mir kommen. Zumal Christine ein sehr gutes Gespür für Design hat. Ich stehe dann gerne unterstützend mit meiner Erfahrung und meinem Fachwissen zur Seite.
Denn das Wichtigste ist, dass die verschiedenen Bausteine am Ende zusammenpassen und die gleiche Sprache sprechen.
Was sich durch das Redesign verändert hat
Du siehst, beim Ellis-Redesign ging es nicht darum, alles Bisherige über Bord zu werfen. Stattdessen haben wir vertraute Elemente mit neuen Gestaltungsideen verbunden:
Vorher: bunte, eher kindliche Farbwelt
Nachher: natürliche, leichtere Farbpalette
Vorher: bestehender Puppenkopf
Nachher: Puppenkopf als weiterhin verbindendes Markenelement
Vorher: keine eindeutige visuelle Verbindung zum Thema Handmade
Nachher: Nähnadeln als integriertes Gestaltungselement
Vorher: bestehender Markenauftritt
Nachher: weiterentwickeltes Erscheinungsbild mit passenden Anwendungen
Man muss nicht immer alles neu machen, um eine Marke neu zu positionieren. Das ist auch eine Form von Nachhaltigkeit.
Fazit: Ein Logo muss nicht immer komplett neu erfunden werden
Ein gutes Redesign eines Logos beginnt für mich nicht mit der Frage „Wie könnte das neue Logo aussehen?“. Zuerst frage ich meinen Kund*innen und mich: Was soll die Marke heute vermitteln? Welche Elemente aus der bisherigen Identität sind es wert, erhalten zu bleiben?
Beim Ellis-Redesign waren der Puppenkopf und die Typografie wichtige Bestandteile der bisherigen Identität und blieben erhalten. Farbwelt, Gestaltungselemente und Anwendungen wurden dagegen weiterentwickelt.
So entstand ein Markenauftritt, der stärker zu den Themen Natur, Nachhaltigkeit, Handmade und handgefertigte Puppen passt und gleichzeitig die Verbindung zur bisherigen Marke bewahrt.
Ein gelungenes Redesign heißt für mich: Nicht alles Alte muss verschwinden. Manchmal braucht es nur die richtigen neuen Elemente, damit eine Marke wieder zu dem passt, was sie heute ist.
Tipp! Du hast ein Logo, aber das Gefühl, dass es nicht mehr richtig zu deiner Marke, deinem Angebot oder deiner Zielgruppe passt? Oft lohnt sich zunächst ein genauer Blick darauf, was bereits funktioniert und was sich verändern sollte.
Schau dir hier an, wie ich dich bei einem Redesign deines Logos oder der Weiterentwicklung deines Markenauftritts unterstützen kann.
*Diese Case-Study ist ursprünglich 2020 auf meinem alten Blog erschienen. Ich habe sie überarbeitet und aktualisiert.

… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos, Branddesigns und begleitet dich bei deiner Markenentwicklung. Sie unterstützt kleine nachhaltige Manufakturen und Solo-Selbstständige, die für ihre Idee brennen und Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen. Für Menschen, die mit ihrer Arbeit etwas Gutes bewegen möchten und sich einen Auftritt wünschen, der wirklich zu ihnen passt.
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