Was eine Website heute leisten muss, damit sie gefunden wird, Vertrauen schafft und die richtigen Kunden erreicht. Darum geht es hier.
Kürzlich fragte mich eine Kundin: „Ich kann meine Website doch auch mit KI oder einem Baukastensystem bauen, oder? Das soll ganz einfach sein.“
Meine Antwort: „Ja, es kann einfach sein. Aber frage dich, ist das auch die richtige Lösung für mein Unternehmen?“
Denn eine Website muss heute mehr können, als gut auszusehen. Sie muss dein Angebot verständlich machen, die richtigen Menschen erreichen, Vertrauen schaffen – und gefunden werden. Und genau hier verändert sich gerade einiges:
Was passiert, wenn deine Wunschkundin nicht mehr nur Google fragt, sondern eine KI? Diese Frage und ein Workshop zum Thema „Sichtbar sein im KI-Zeitalter“ waren der Auslöser für diesen Blogbeitrag.
Du erfährst, warum ich eher von einer KI-generierten Website abrate. Warum ich selbst durchaus KI in meinem Business einsetze. Wo ich ihre Grenzen sehe. Und warum es heute wichtiger denn je ist, Website, Design, Inhalte, Sichtbarkeit und Technik als großes Ganzes zu betrachten.
Stell dir vor, dein Wunschkunde sitzt gerade vor ChatGPT und fragt: „Wer kann mir bei meinem Problem helfen?“ Würde dein Unternehmen auftauchen?
Du glaubst nicht, dass deine Kund*innen über ChatGPT oder eine andere KI nach einer Lösung für ihr Problem, Unterstützung oder einen Wunsch suchen? Doch, das tun sie und zwar immer mehr. Es verschiebt sich gerade so einiges. Nicht nur die Suchquelle verändert sich, sondern auch die Art, wie Menschen durch KI nach Informationen suchen.
Die Suche verändert sich
Ein Beispiel dazu, damit du besser verstehst, was ich meine:
Stell dir vor, du hast ein kleines, schnuckeliges Hotel an der Ostsee. Es ist wunderschön in die Natur eingebettet, lässt keine Wünsche offen, du bietest für Veganer und Vegetarier ein ein spezielles Frühstücksbuffet an. Vielleicht hast du noch einen Spa-Bereich und nur fünf Minuten entfernt liegt eine besondere Sehenswürdigkeit.
Aber du schreibst auf deiner Website nur: „Kleines, gemütliches Hotel an der Ostsee.“
Das ist viel zu allgemein. Niemand weiß, welche tollen, besonderen Angebote du hast, für wen das Hotel wirklich perfekt ist und was es von anderen Hotels unterscheidet.
Das ist die eine Seite. Die andere: Durch KI suchen Menschen zunehmend mit längeren und konkreteren Fragen. Zum Beispiel: „Ich suche ein kleines Hotel mit Frühstücksangeboten auch für Veganer. Es sollte zumindest einen kleinen Spa-Bereich zum Entspannen haben und perfekt wäre es, wenn auch XY in der Nähe ist.“
Du merkst, worauf ich hinaus will?
Und was bedeutet das nun für dein Unternehmen?
- Suchanfragen können insbesondere bei komplexeren Themen länger und konkreter werden.
- Die KI-Suche verändert die Art, wie Informationen entdeckt und zusammengefasst werden.
- Die klassische Suche über Suchmaschinen wie Google wird nicht einfach verschwinden, aber auch sie verändert sich.
Diese Entwicklung ist auch für mich als Designerin spannend und interessant, weil es eben nicht nur darum geht, welche Wörter ich auf einer Website unterbringe. Es geht darum, zu zeigen, was mein Angebot besonders macht.
Ja, die Suche im Web verändert sich. Es ist heute viel mehr als reine Keyword-Optimierung nötig. Auch Google betont, dass es hilfreiche, relevante und einzigartige Inhalte sowie die grundlegende SEO-Prinzipien braucht für eine gute Sichtbarkeit.
Sichtbarkeit ist nicht nur ein Kanal
Falls du jetzt denkst: Okay, dann richte ich alles auf die KI-Suche aus. Das wäre zu kurz gedacht. Denn es geht nicht darum, Google gegen ChatGPT oder eine andere KI auszutauschen. Menschen finden Unternehmen auch weiterhin über ganz unterschiedliche Wege: über Suchmaschinen, KI-Suche, Social Media, Empfehlungen, Netzwerke, persönliche Kontakte oder Plattformen. Mich hat übrigens kürzlich eine Kundin genau über einen solchen Weg gefunden.
Denn am Ende ist es immer der Mensch der sucht.
Sichtbarkeit als Biotop
Aus diesen Gründen sehe Sichtbarkeit eher wie eine Art Biotop. Warum das? Weil Sichtbarkeit für mich nicht aus einem einzelnen Baustein besteht. Es ist nicht nur SEO, KI, Social Media. Und auch nicht nur die perfekte Website. Es sind viele Dinge, die zusammenspielen und sich gegenseitig beeinflussen.

Wie in der Natur: Alles hängt zusammen. Wenn die einzelnen Teile gut zusammenspielen, entsteht ein stabiles Ökosystem.
Und genau das brauchst du auch für deine Sichtbarkeit.
Bevor du an SEO denkst: Was bietest du eigentlich an?
Auch wenn es dir nicht gefällt – ich tue mich damit auch schwer: Finde deine Nische.
Je breiter du gerade als Selbstständige*r oder kleines Unternehmen aufgestellt bist, desto schwieriger kann es werden, für die richtigen Menschen sichtbar zu sein.
Vielleicht denkst du deine Nische ist meine Zielgruppe. Zum Beispiel Frauen 50+. Das reicht. Das wäre etwas zu einfach gedacht. Denn die passende Nische für dein Business zu finden, ist ein Prozess. Mein Beispiel wäre einerseits zu weitgefasst und die Zielgruppe muss auch nicht unbedingt deine Nische sein. Eine Nische kann auch ein bestimmtes (exklusives) Produkt sein. Oder deine besondere, andere Arbeitsweise. Oder eine besondere Kombination verschiedener Fähigkeiten und Kenntnisse, die du mitbringst.
SEO bringt dir nicht viel, wenn du selbst noch nicht klar sagen kannst, wofür dein Unternehmen eigentlich steht und für wen du besonders interessant bist.
Und frage dich auch: Würde jemand dein Angebot nicht nur gerne haben wollen, sondern dafür auch deinen Preis bezahlen?
Sprechen wir über deine Sprache.
Also deine Art zu schreiben (und zu sprechen). Du ahnst es vielleicht schon: Bitte keine allgemeinen, großen Wörter und keine ausgelutschten Floskeln, die alles und nichts sagen.
Ich greife noch mal das Beispiel vom Hotel an der Ostsee auf: Dein Text spricht von „traumhafter Lage“, „zentral“ und „Mahlzeiten für alle“. Keine gute Idee. Besser, du schreibst: direkter Strandzugang, veganes und laktosefreies Frühstück, nur fünf Minuten bis zur berühmten XY-Strandpromenade.
Warum? Weil konkrete Informationen Menschen schneller Orientierung geben, echten Suchanfragen besser entsprechen, von Maschinen leichter eingeordnet werden können und dein Angebot eindeutiger machen.
Versuche, in der Sprache deiner Zielgruppe denken und zu schreiben. Frage dich selbst – oder nutze gerne eine KI deiner Wahl zur Unterstützung, um herauszufinden:
- Wie bezeichnet sich deine Zielgruppe selbst? (z. B. „Ich bin seit Kurzem Rentnerin und …“)
- Welche Fragen stellt sie?
- Welche Worte benutzt sie tatsächlich?
(Hier kann es auch helfen, deine Kund*innen/Gäste zu fragen, wie sie dich gefunden haben.) - Welche Begriffe würde sie niemals verwenden?
Ein Tipp: Fachbegriffe nur dort verwenden, wo sie sinnvoll sind – und dann erklären.
Deine Website muss mehr als schön sein
Eine schöne Website alleine reicht nicht mehr.
Früher wurde auf der Startseite gerne alles untergebracht: Alle Angebote, Ausbildungen und alle Zertifikate, möglichst viele Informationen – schließlich muss die Kundin oder der Kunde doch alles wissen und für jeden etwas dabei sein.
Da wurden ganze Romane geschrieben, die wahrscheinlich schon damals kaum jemand vollständig gelesen hat. Heute solltest du noch viel mehr darauf achten, was Besucher*innen wirklich brauchen, um sich schnell zu orientieren. Deine Startseite muss nicht alles können.
Am wichtigsten ist, dass sie …
- schnell Orientierung gibt
- zeigt, was du anbietest und für wen
- deine wichtigsten Vorteile vermittelt
- Persönlichkeit zeigt und Vertrauen schafft
- neugierig auf mehr macht und zum nächsten Schritt einlädt
Alles Weitere darf seinen Platz an anderer Stelle auf deiner Website, zum Beispiel in deinem Blog oder Unterseiten, finden.
Heißt: Eine schöne und vor allem wertige Website ist wichtig. Aber das allein reicht nicht mehr aus. Denn eine Website zu bauen, wird mit KI und Baukastensystemen immer einfacher. Eine gute Website, die ihre Arbeit tut und dir Kund*innen bringt, ist mehr als ihre Oberfläche.
Design ist keine Dekoration
Was viele vergessen: Design ist viel mehr als Dekoration. Vielleicht bin ich da als Designerin auch ein bisschen voreingenommen. 😉 Aber ich erlebe es immer wieder, dass gutes Design unterschätzt wird, weil es zunächst einfach als „schön“ wahrgenommen wird.
Ja, schön soll sie sein, die Website, klar. Gutes Design kann und sollte allerdings viel mehr sein.
Gutes Design unterstützt dabei:
- Informationen gut zu strukturieren
- Orientierung zu geben
- Inhalte verständlich zu machen
- Persönlichkeit sichtbar zu machen
- Vertrauen aufzubauen
- eine Marke unterscheidbar zu machen
- Emotionen auszulösen
KI und Baukastensysteme machen die technische Erstellung einer Website einfacher. Aber man muss sich auch erst in das jeweilige Tool einarbeiten und damit auseinandersetzen – das solltest du nicht vergessen.

Und selbst wenn das Ergebnis gut aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es individuell und unverwechselbar ist. Gerade bei KI-generierten Designs besteht die Gefahr, dass vieles ähnlich oder austauschbar wirkt.
Gutes Design muss zur Marke passen, die Persönlichkeit sichtbar machen, sich von anderen abheben und die richtigen Menschen ansprechen. Eine technisch einfachere Erstellung bedeutet also nicht automatisch, dass das Ergebnis strategisch, inhaltlich und gestalterisch gut ist und seine Arbeit tut: dir Kund*innen bringt.
Die Startseite ist das Schaufenster – der Blog ist der Raum dahinter
Noch mal zurück zur Startseite: Sie ist dein Schaufenster. Der Blog ist quasi der Raum dahinter.
Du denkst, du brauchst keinen Blog? Das könnte ein Fehler sein. Denn gerade hier kannst du ausführlicher werden: persönliche Einblicke geben und dein Fachwissen vermitteln. Zum Beispiel …
- Antworten auf typische Fragen
- Lösungen für konkrete Probleme
- Fallbeispiele und Erfahrungen
- deine persönliche Perspektive und Haltung
Es geht dabei nicht um möglichst viel Content. Und auch nicht um die hundertste Liste mit allgemeinen Tipps. Oder um Texte, die genauso gut von einer KI stammen könnten.
Frage dich: Was kannst nur du zu deinem Thema beitragen? Welche besonderen, persönlichen Erfahrungen hast du gemacht? Was hast du erlebt, ausprobiert oder gelernt, das deinen Kund*innen zeigt: Sie/er versteht mich. Genau so geht es mir.
Zeig nicht nur, was du weißt. Zeig auch, wie du denkst und arbeitest. Denke immer daran, Inhalte sollten in erster Linie für Menschen erstellt werden. Besonders wertvoll wird dein Content, wenn deine eigene Erfahrung, dein Wissen und deine Perspektive darin sichtbar werden. Genau das unterscheidet deinen Artikel von dem, was sich inzwischen mit wenigen Klicks beliebig erzeugen lässt.
KI kann dich beim Strukturieren unterstützen. Aber wenn du ihr komplett überlässt, wie du etwas formulierst, verschwindet irgendwann genau das, was einen Text interessant macht: deine eigene Stimme.
Ich gebe es zu, ich habe mich anfangs auch hinreißen lassen.
Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Denn als es mit der KI losging, habe ich mich hinreißen lassen, es war einfach zu verlockend und habe aus heutiger Sicht viel zu viel KI in meine Texte gelassen. Aber damit ist Schluss.
Tja, manchmal muss man einfach Fehler machen, um es später besser zu machen. Lektion gelernt. 😉
Heute lasse ich mir keine Texte mehr komplett von KI schreiben. Ich hole mir vor allem Unterstützung bei Struktur und Aufbau und nutze KI als Sparringspartner. Der Text selbst bleibt meiner mit meiner Stimme.
Was suchen deine Kund*innen wirklich?
Jetzt schauen wir mal aufs SEO-Thema. Bevor du dich damit beschäftigst, finde zuerst deine Positionierung, deine Nische und überlege, welche Themen du mit deinem Content abdecken möchtest.
Denn Menschen suchen nicht immer aus demselben Grund. Die Suchintention kann ganz unterschiedlich sein: Der eine sucht zunächst nur Informationen. Ein anderer möchte Angebote vergleichen oder hat ein konkretes Problem und sucht nach einer passenden Lösung. Und manchmal weiß jemand schon sehr genau, was er oder sie möchte und sucht nach dem passenden Angebot.
Ja, Suchanfragen können sich je nach Situation unterscheiden können. Wer sich erst einmal informieren möchte, sucht anders als jemand, der schon kaufbereit ist.
Das heißt: Relevanz ist wichtiger als möglichst viel Reichweite.
Ein Keyword, das sehr gut zu deinem Angebot passt, kann mit vergleichsweise wenig Suchvolumen wertvoller sein als ein Begriff mit riesigem Suchvolumen, wenn die Suchintention genau zu deinem Angebot passt.
Denk noch einmal an mein Hotel-Beispiel: „Hotel Ostsee“ wird vermutlich deutlich häufiger gesucht als „kleines Hotel an der Ostsee mit veganem Frühstück und Spa“. Aber wenn genau das dein Angebot ist und jemand genau danach sucht, kann diese konkrete Suchanfrage für dich viel relevanter sein.
Keywords: ja – aber sinnvoll
Auch wenn sich die Suche verändert, sind Keywords nach wie vor wichtig. Sie helfen dir dabei, zu verstehen, welche Begriffe deine Kund*innen tatsächlich verwenden – und sie helfen Suchmaschinen und KI, dein Angebot und deine Inhalte einzuordnen.
Du solltest dir dafür Zeit nehmen und nicht einfach die erstbesten Begriffe verwenden. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Keywords unterzubringen, sondern die passenden Begriffe für dein Thema und deine Zielgruppe zu finden. Ein paar Tipps …

- Mache eine Keyword-Recherche.
- Schau dir bei Google an, welche Begriffe und Formulierungen rund um dein Thema verwendet werden.
- Prüfe, wie häufig bestimmte Suchbegriffe gesucht werden – aber verliere dabei die Suchintention nicht aus den Augen.
- Nutze KI zur Recherche und zum Brainstorming.
- Verwende unterschiedliche, natürliche Formulierungen auf deiner Website.
- Wiederhole ein Keyword nicht zwanghaft immer exakt gleich. Variiere.
- Die H1-Überschrift sollte zum tatsächlichen Inhalt der Seite passen.
Und ganz wichtig: SEO bedeutet nicht, einen Text für eine Suchmaschine zu schreiben. Es bedeutet, einen hilfreichen Text zu einem relevanten Thema so aufzubauen, dass Mensch, Suchmaschine und KI ihn verstehen können.
Tipp! Hier kannst du testen, wie deine verweneten Keywords bei Google ranken.
Mach einen KI-Selbsttest
Gehe in den Inkognito-Modus und wähle die KI deiner Wahl, zum Beispiel ChatGPT, Claude oder Gemini.
Formuliere eine konkrete Anfrage, wie sie deine Wunschkundin oder dein Wunschkunde tatsächlich stellen würde. Nicht: „Welche Hotels gibt es an der Ostsee?“, wenn du eigentlich ein Hotel für Familien bist und deine Angebote perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten sind. Es ist wichtig, dass du die Frage möglichst genau so stellst, wie jemand, der dein Angebot wirklich sucht.
Und dann schau: Welche Anbieter werden genannt? Bist du dabei?
Das Ergebnis solltest du allerdings nicht überbewerten. Eine KI kann bei der nächsten Anfrage andere Anbieter nennen. Auch die Ergebnisse können sich von Anfrage zu Anfrage verändern. Der Test ist keine objektive Aussage über deine Sichtbarkeit in der KI-Suche ist. Aber er kann dir einen guten ersten Eindruck liefern.
Du wirst nicht genannt? Dann schau dir an, welche Anbieter stattdessen auftauchen. Was wird bei diesen Unternehmen besonders deutlich? Welche Informationen finden sich auf deren Websites? Und gibt es vielleicht etwas, das auf deiner eigenen Website noch fehlt oder nicht klar genug formuliert ist?
So bekommst du eine andere Perspektive auf dein eigenes Angebot und vielleicht entdeckst du dabei sogar Schwachstellen, die dir bisher gar nicht aufgefallen sind.
Also: Probiere es einfach mal aus.
Klarheit und Konsistenz
Du siehst: Es gibt viel zu beachten. Und ja, es steckt richtig viel Arbeit darin, wenn es gut werden soll und du mit deinem Angebot weiterhin gefunden werden willst und relevant bleibst.
Ganz besonders wichtig ist für mich Klarheit.
Dein Angebot muss klar und eindeutig sein. Deine Zielgruppe, deine Positionierung und deine Sprache sollten klar sein. Falls es für dich relevant ist, sollte auch der Ort oder die Region auftauchen, in der du unterwegs bist.
Deine Inhalte sollten gut strukturiert sein. Eine Website – und insbesondere die Startseite – sollte schnell erfassbar sein. Viele Menschen lesen Webseiten nicht mehr Wort für Wort. Sie scannen nach meiner Erfahrung eher und verschaffen sich so einen ersten Überblick: ist das interessant/passend für mich. Kleiner Tipp: Häufige Fragen (FAQs), dürfen auch in deinen Texten auftauchen.
Und dann ist noch etwas anderes wichtig: All deine Präsenzen sollten zusammenpassen.
Deine Website, dein Google-Unternehmensprofil, deine Social-Media-Accounts, Verzeichnisse und für dich relevante Plattformen sollten inhaltlich und sprachlich zusammenpassen. Sie müssen nicht überall exakt gleich aussehen oder dieselben Texte verwenden. Aber dein Angebot, deine Positionierung und dein Auftritt sollten aus einem Guss sein.
Kurz gesagt: Sprich überall dieselbe Sprache.
Wenn du auf deiner Website etwas ganz anderes anbietest oder anders beschreibst als auf deinem Google-Unternehmensprofil oder deinen Social-Media-Kanälen, wird es nicht nur für Menschen schwieriger, dich einzuordnen. Auch für Suchmaschinen und KI wird dein Profil dadurch weniger eindeutig.
Vertrauen kann man nicht behaupten
Ohne Vertrauen geht es auch nicht. Aber bitte nicht einfach schreiben: „Ich bin Expertin für XY.“ Zeig lieber, woran man erkennt, dass du Expertin oder Experte auf deinem Gebiet bist.
Das können ganz unterschiedliche Dinge sein wie zum Beispiel …
- deine Berufserfahrung und Expertise
- Referenzen
- Testimonials und Kundenstimmen
- Fallstudien
- Bewertungen, zum Beispiel bei Google oder ProvenExpert
- Veröffentlichungen in digitalen oder gedruckten Medien
- konkrete Einblicke in deine Arbeit
- nachvollziehbare Ergebnisse
Gerade wenn du lokal tätig bist, ist auch dein Google-Unternehmensprofil wichtig. Es sollte aktuell sein und inhaltlich und sprachlich zu deiner Website passen. Aber das sagte ich ja schon.
Denn Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass du behauptest, etwas zu können. Es entsteht, wenn du es zeigst. Offen und ehrlich.
Die Technik: Damit deine Inhalte funktionieren können
Ja, ich weiß es ist viel. Aber ich wollte nichts unter den Tisch fallen lassen, was ich aktuell für wichtig halte, damit deine Internet-Sichtbarkeit auf einem soliden Fundament steht.
Eine gute Website braucht:
- eine klare Überschriftenhierarchie
- gut strukturierte Seiten
- eine verständliche, logische Navigation
- gut lesbaren Text
- mobile Nutzbarkeit
- schnelle Ladezeiten – hier kannst du deine Website zum Beispiel mit PageSpeed Insights testen
- technische Zugänglichkeit und eine saubere Umsetzung
- beschreibende ALT-Texte für deine Bilder
Auch wichtig: Wichtige Informationen für deine Besucher sollten nicht ausschließlich in einer hübschen Grafik stecken. Suchmaschinen können zwar Text in Bildern teilweise erkennen, aber normale, gut strukturierte Texte auf der Website sind die sicherere Variante.
Grafiken und Bilder dürfen und sollen deine Inhalte natürlich ergänzen.
KI, Baukasten oder WordPress?
Kürzlich hat mich eine Kundin gefragt: „Heidrun, was hältst du von Baukastensystemen für meine Website?“ Oder eine andere: „Mit KI kann man inzwischen doch auch Websites erstellen.“
Ich: Ja, das ist richtig. Das geht und kann durchaus eine gute Wahl sein – vor allem, wenn du einfach „nur“ schnell eine Internetpräsenz haben möchtest.
Ein Baukastensystem kann sinnvoll sein, wenn du …
- schnell und einfach online sein willst
- nur eine einfache Website oder Landingpage brauchst
- wenig oder keinen Erweiterungsbedarf siehst
Bedenke aber: Bei einem Baukastensystem hast du in der Regel weniger Möglichkeiten, deine Website individuell anzupassen und später umfangreich zu verändern oder zu erweitern. Außerdem bist du an den jeweiligen Anbieter und dessen Möglichkeiten gebunden.
Für eine mit KI erstellte Website gilt in einigen Punkten Ähnliches.
KI kann dir bei der Struktur helfen, erste Entwürfe generieren, Ideen für den Aufbau liefern, bei der Recherche unterstützen und dir grundsätzlich viel Arbeit abnehmen. Das ist durchaus praktisch.
Aber ein Tool weiß nicht automatisch, welche Website dein Unternehmen wirklich braucht.
Und auch hier gilt: Ein technisch oder optisch ordentliches Ergebnis ist noch nicht automatisch ein gutes, individuelles Ergebnis. Mit denselben Werkzeugen können sehr viele Websites entstehen, die sich in Aufbau und Gestaltung ähneln und damit austauschbar werden.
Genau deshalb braucht es meiner Meinung nach weiterhin einen Menschen, der die richtigen Fragen stellt, Entscheidungen trifft und das Ergebnis auf das jeweilige Unternehmen abstimmt.
Nun noch als Gegenentwurf, wenn du so willst: WordPress
Nicht nur ich, sondern auch viele Menschen in meinem beruflichen Umfeld arbeiten sehr gerne mit WordPress.
Für WordPress spricht aus meiner Sicht: es ist flexibel, lässt sich erweitern und anpassen und bietet viele Möglichkeiten für eine individuelle Gestaltung. Dazu kommen zahlreiche Erweiterungen und Tools – bis hin zu einem eigenen Onlineshop.
Das sind für mich sehr gute Voraussetzungen für eine professionelle Website, die nicht nur heute funktioniert, sondern auch mit deinem Unternehmen mitwachsen kann.
Hier noch mal kurz und knackig im Überblick …



Mein Tipp, bevor du sich für ein System entscheidest, frage dich nicht nur: Was bringt mich heute am schnellsten online? Sondern auch: Was brauche ich heute und wohin soll sich mein Unternehmen entwickeln?
KI als Werkzeug – nicht als Autopilot
Ja, KI kann viel. Sie kann uns bei vielem unterstützen. Aber sie kann nicht alles übernehmen und das sollte sie auch nicht. Für mich ist sie inzwischen ein hilfreiches Werkzeug. Nicht mehr und nicht weniger.
Mir hilft sie dabei, meine 1.000 Ideen zu sortieren, bei der Recherche, um Struktur in meine Blogbeiträge zu bringen – wie zum Beispiel bei diesem hier –, für Keyword-Ideen und meine Content-Planung. Ich nutze sie auch, um in rohen Textentwürfen einen roten Faden zu finden oder für Analysen und zum Erstellen von Umfragen.
Was du allerdings nie vergessen solltest: KI kann Fehler machen. Sie kennt deine Erfahrung nicht. Sie kennt auch deine Kund*innen nicht automatisch. Und wenn du zu viel mit KI erstellst, zum Beispiel deine Texte, können sie austauschbar werden. Ich kann’s nicht oft genug sagen.
Natürlich gibt es Möglichkeiten, ein KI-Tool mit eigenen Texten, Informationen und Beispielen zu füttern und ihm so deine Sprache und dein Wording näherzubringen. Das kann die Ergebnisse deutlich persönlicher machen. Trotzdem bleibt es deine Aufgabe, zu prüfen, ob das Ergebnis wirklich zu dir passt.
Ja, ich nutze KI. Und du solltest dich grundsätzlich auch nicht scheuen, sie zur Unterstützung zu nutzen.
Aber denke daran: Gib deine eigene Stimme und dein eigenes Denken nicht an die KI ab. Benutze dein Hirn, deine ganz eigenen Erfahrungen und deine Kreativität. Das kann keine KI der Welt ersetzen.
Was bedeutet das alles für mich als Designerin?
Durch die KI-Elemente in den von mir eingesetzten Programmen können manche Dinge in der Gestaltung einfacher und schneller werden. Und ich habe so auch die Möglichkeit, etwas zu kreieren, das ich ohne KI so vielleicht nicht hinbekommen hätte.
Ich glaube nicht, dass meine Arbeit verschwinden wird, weil es KI gibt. Aber meine Arbeit wird sich vermutlich weiter verändern. Auch durch die Tatsache, dass immer mehr Menschen ihre Designs, Logos & Co. mit Canva und KI selbst bauen – oder es zumindest versuchen.
Für mich heißt das: Beratung wird noch wichtiger. Positionierung, strategisches Denken, Zielgruppenverständnis, individuelle Gestaltung und die Begleitung beim gesamten Markenprozess werden wichtiger.
Das ist auch einer der Gründe, warum ich Anfang des Jahres meine Markenbegleitung neu in mein Angebot aufgenommen habe.
Tipp! Wenn du wissen möchtest, wie ich diese Entwicklung persönlich erlebe und was KI gerade mit meiner eigenen Arbeit als Designerin macht, hör dir meine neue Podcastfolge an.
Das große Ganze: Dein Sichtbarkeits-Biotop
Ja, es gibt wahrlich viel zu bedenken, wenn du auch in Zukunft sichtbar und gebucht werden möchtest. Es ist fast wie ein kleines Ökosystem. Alles greift ineinander und beeinflusst sich gegenseitig.
Alles muss zusammenpassen. Stimmig sein.

Ich liebe ja meinen Biotop- bzw. Ökosystem-Gedanken dahinter. Er passt einfach zu gut.
Denn ein gesundes Ökosystem besteht nicht aus einer einzigen Pflanze, einem einzigen Tier oder einem einzigen Element. Es lebt von Vielfalt und vom Zusammenspiel der unterschiedlichen Bausteine. Im Grunde ist es genauso bei deiner digitalen Sichtbarkeit.
Passt dein Ökosystem noch?
Schau dir dein System doch mal als Ganzes an.
- Passt deine Positionierung noch?
- Sprichst du die Sprache deiner Kund*innen?
- Ist dein Angebot klar?
- Ist deine Website aktuell?
- Zeigst du deine Expertise?
- Gibt es Inhalte mit echtem Mehrwert?
- Sind deine verschiedenen Präsenzen konsistent?
- Funktioniert deine Technik noch gut und entspricht sie den heutigen Anforderungen?
- Passt dein Sichtbarkeitsmix zu deinem Business?
Checkliste: Ist deine Website fit für das KI-Zeitalter?
Mach den Check:
- Ist in wenigen Sekunden klar, was ich anbiete?
- Ist klar, für wen mein Angebot gedacht ist?
- Benenne ich meine Nische oder meinen Schwerpunkt konkret?
- Verwende ich die Sprache meiner Kund*innen?
- Beantworte ich ihre echten Fragen und Probleme?
- Zeige ich meine Expertise – und belege ich sie auch?
- Sind Website, Google-Unternehmensprofil und andere Präsenzen aktuell und konsistent?
- Gibt es Inhalte mit echtem Mehrwert und Tiefgang?
- Ist meine Website technisch sauber, schnell und gut strukturiert?
- Erzeugt meine Website bei den richtigen Menschen das Gefühl: „Genau das habe ich gesucht.“
Checke deine Website ruhig immer mal wieder. Stelle nicht jeden Monat alles auf den Kopf, aber schaue in gewissen Abständen immer mal wieder bewusst drauf. Ruhe dich nicht darauf aus, wenn jetzt alles passt. Alles ist ständig in Veränderung.
Ich gestehe: Ich muss mir das auch immer wieder in Erinnerung rufen. 😉
Mein Fazit:
Optimiere deine Website nicht nur für KI oder Suchmaschinen. Eine Website muss klar, relevant, hilfreich und authentisch sein, sodass …
- Suchmaschinen sie verstehen,
- KI dein Angebot richtig einordnen kann
- und Menschen sich darin wiederfinden.
KI verändert die Suche. Aber Klarheit, Relevanz, Vertrauen und Persönlichkeit bleiben. Nur schön reicht nicht mehr. Nur für Suchmaschinen oder KI zu optimieren, reicht allerdings genauso wenig.
Eine gute Website, die dir die richtigen Kunden bringt, verbindet all das miteinander. Sie zeigt, wer du bist, was du anbietest und warum jemand gerade bei dir richtig ist.
Deshalb geht es für mich auch in Zukunft nicht darum, alles mit KI zu machen oder jeder neuen Entwicklung hinterherzulaufen. Mir geht es darum, die Möglichkeiten zu nutzen, die für mich sinnvoll sind. Und ganz wichtig: das eigene Denken, die eigene Erfahrung und die eigene Persönlichkeit nicht aus der Hand zu geben.
Ich gehe mal davon aus, dass du es genauso siehst: Deine Website soll nicht nur gefunden werden, sie soll die richtigen Menschen erreichen und ihnen das Gefühl geben: „Ja. Genau das habe ich gesucht.“
-> Wie gefällt dir mein epischer Blogbeitrag? (Es ist der mit Abstand längste, den ich bisher geschrieben habe.) Hast du Fragen? Wie siehst du das ganze?

… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos, Branddesigns und begleitet dich bei deiner Markenentwicklung. Sie unterstützt kleine nachhaltige Manufakturen und Solo-Selbstständige, die für ihre Idee brennen und Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen. Für Menschen, die mit ihrer Arbeit etwas Gutes bewegen möchten und sich einen Auftritt wünschen, der wirklich zu ihnen passt.
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