Wie jedes Jahr zu Beginn eines neuen Jahres mache ich mich auf die Suche nach den neuen Grafikdesign-Trends. Wohin könnte die Reise gehen, im Logo- und Markendesign und im Webdesign?
Wobei ich eines gleich vorwegnehmen möchte: Trends sehe ich nicht als Anleitung oder Pflichtprogramm, sondern als Inspirationsquelle. Für dein Branddesign, dein Logo und deinen gesamten Markenauftritt gibt es Aspekte, die weitaus wichtiger sind.
Aber dazu gleich mehr.
Was verändert sich 2026 im Design und warum?
Im Grunde ist nichts wirklich neu. Und doch zeigen sich für 2026 manche Entwicklungen noch deutlicher als zuvor. Ich sehe zum Beispiel, dass umweltbewusstes Design wieder – oder vielleicht besser gesagt: noch stärker – an Bedeutung gewinnt. Mehr Natürlichkeit. Mehr Echtheit. Mehr Mut zum Unperfekten.
Handgemachtes, analoges trifft auf Digitales. „Analog meets Digital“ – nicht als Stil-Spielerei, sondern als bewusster Gegenpol zur technischen Perfektion. Gleichzeitig scheint sich, was mich ehrlich gesagt nicht wundert, eine gewisse KI-Müdigkeit einzustellen.
Ja, theoretisch kann heute jede*r alles selbst erstellen, wenn die Prompts gut genug sind. Die Ergebnisse werden immer besser. Und immer öfter lassen sich KI-generierte Inhalte kaum noch von echten, authentischen unterscheiden.
Das macht mich einerseits nachdenklich. Und andererseits beobachte ich ganz klar: Echte Inhalte, Persönlichkeit, Ecken und Kanten gewinnen massiv an Bedeutung.
Und, wenn wir ehrlich sind: Wer möchte überall das gleiche glatte, scheinbar makellose Design sehen? Die gleichen Bildwelten, die gleichen Texte, die gleiche perfekte Oberfläche – ohne Seele? Also, ich nicht. Und du?
Übrigens: Meine persönliche Design-Prognose, die ich vor ein paar Wochen bereits aufgestellt habe, scheint sich zu bestätigen.
Kurz & knackig, was Menschen wirklich wollen?
- Hyper-Perfektion ermüdet. Sie langweilt.
- Die Sehnsucht wächst nach:
Echtheit, Ruhe, Klarheit, Menschlichkeit, Nähe. - Gleichzeitig fasziniert weiterhin: das Technologische, Futuristische,
ebenso wie das Analoge, Unperfekte und Emotionale.
„In einer immer glatteren, scheinbar perfekten digitalen Welt werden Ecken, Kanten und menschliche Faktoren, das Unperfekte, das Echte, immer wichtiger.“
Für wen sind diese Design-Trends relevant?
Wenn du in einer stark trendgetriebenen Branche unterwegs bist, etwa in Mode, Medien oder Lifestyle – kann es sinnvoll sein, Designtrends aktiv aufzugreifen und für dein Business zu interpretieren.
Allen anderen Solopreneur*innen, Kleinunternehmen, Dienstleister*innen oder nachhaltigen Manufakturen rate ich: Sieh dir Trends bewusst an und prüfe kritisch, was wirklich zu dir passt.
Nicht jeder Trend ist für jedes Business gemacht. Aber fast jeder Trend kann Impulse liefern, um den eigenen Auftritt zu schärfen, zu vereinfachen oder ehrlicher zu gestalten.
Was sind die wichtigsten Design-Trends für 2026?
Trend 1: Natürlichkeit & organische Imperfektion/perfekt unperfekt
Das Natürliche, Unperfekte, Echte und Authentische bleibt und gewinnt weiter an Bedeutung. Als klarer Gegenpol zum Hochttechnischen und zur KI-Perfektion, die aus meiner Sicht oft übers Ziel hinausschießt.
Zu perfekt. Zu glatt. Zu austauschbar.
Mir fällt das besonders bei Websites und Social-Media-Posts häufiger auf: Alles wirkt makellos und gleichzeitig irgendwie gleich.

Merke: Es geht nicht um natürliche Deko, sondern um Haltung!
Trend 2: Die Realität, das Echte, zeigt sich
Gerade wenn du ein nachhaltiges Produkt oder eine nachhaltige Dienstleistung anbietest, kann Hochglanz fast zu einem Marketing-Killer werden.
Niemand wird dir abnehmen, dass du handgemachte Bio-Seifen oder Naturkosmetik herstellst, wenn dein Flyer hochglänzend, mit Glitzer und jede Menge Bling-Bling gestaltet ist – okay, das war jetzt etwas überspitzt formuliert. 😉Ich denke, du verstehst, was ich meine.
Lesetipp: „Wie du dein nachhaltiges Unternehmen authentisch und glaubwürdig präsentierst“
Das gilt für deinen gesamten Markenauftritt: Website, Social Media, Print.
Zeige dich echt. Zeige deine Schritte ehrlich – auch die, die noch nicht perfekt sind.

„KI-/Computergesteuerte Perfektion ist out
– menschliche Persönlichkeit ist in.“
Trend 3: Verspielte Details & rebellische Akzente
Ein weiterer Trend: Viel Analoges meldet sich im Design zurück. Perfekt digitale Layouts treffen auf wilde Kritzeleien, Scribbles, Collagen und handgezeichnete Elemente – bewusst unperfekt und nicht glattgebügelt.
By the way: Das Analoge als Trend kommt mir sehr entgegen. Ich zeichne viel lieber von Hand und möchte das künftig noch stärker in meine Designs einfließen lassen. Vielleicht hast du es gelesen – ich habe vor ein paar Monaten sogar mein iPad verkauft.

Bei all dem vergiss nicht: Es sollte nicht kitschig oder gar nach kindlichem Gekritzel aussehen, sondern charakterstark & bewusst eingesetzt.
Trend 4: Retro trifft Zukunft
Der Mix aus Retro-Elementen und futuristischen ist nicht wirklich neu. Diesen Trend habe ich bereits 2025 gesehen, was ich jedoch spannend finde, dass Art Déco der 20er Jahre etwas mehr sichtbar wird. Aber das mag auch „nur“ meine persönliche Sicht sein, da ich selber diesen Stil sehr gerne mag.

Vielleicht fragst du dich: Warum wir immer wieder in die „Schatzkiste“ der Vergangenheit greifen? Unsere Vorliebe für Nostalgie? Ich denke, wenn wir in Erinnerungen schwelgen, uns die Vergangenheit ins Gedächtnis rufen, fühlen wir uns weniger einsam und vielleicht auch weniger verloren.
Vergangenheit und Erinnerungen sind wie ein Klebstoff zwischen dem Hier und Jetzt, dem Gewesenen und dem Kommenden. So entsteht eine gefühlte Sicherheit. Auch Zugehörigkeitsgefühl.
Trend 5: Digitale Tiefe & neue Interfaces im Webdesign
Vor allem im Webdesign zeigen sich, natürlich auch bedingt durch das Medium, nochmal ein paar andere Trends. 3D-Effekte, simulierte echte, real wirkende Darstellungen.

Inzwischen kann man ja auch Websites komplett mit KI erstellen. Aber auch hier möchte ich davor warnen, sieh die KI „nur“ als Werkzeug zur Unterstützung, zum Beispiel, um Prozesse zu vereinfachen. Auch und gerade deine Website braucht Persönlichkeit – besonders dann, wenn du als Solo-Selbstständige*r oder mit einem kleinen Team unterwegs bist.
Farbtrend 2026 – Ruhe statt Lärm
Auch bei den Farbtrends tut sich etwas. Einige Male las ich beim Recherchieren, Blau wird 2026 den Ton angeben und/oder mehr Weißtöne, „Cloud Dancer“, wie Pantone meint. Denn Klarheit und Ruhe, danach sehnen sich die meisten Menschen.
Dennoch will ich nicht verschweigen, dass es wie so oft auch einen (kleinen) Gegentrend gibt: Laut, bunt, schrill. Allerdings dürfte das nur auf ganz wenige Branchen zutreffen. Spontan fallen mir dazu Computerspiele, junge Marken, die ein sehr junges Publikum ansprechen, ein.

Tipp: Sieh deine Farben als Emotionsträger – sogar als Storyteller – nicht als Trendfarbe. Frage dich: Was willst du vermitteln? Was sollen deine Brandingfarben transportieren? Wofür sollen sie stehen?
Was bedeutet das alles für Logos & Marken?
Sieh die Logo-Trends für 2026 als Inspiration.
Welcher Trend auch immer dich anspricht, was zu deinem Business und deinen Wunschkund*innen passt, sei es …
- Minimalismus,
- etwas Verspieltes oder
- mit einem Hauch Nostalgie,
denke immer daran, dass die wahre Herausforderung darin liegt, ein Logo und Branddesign zu erschaffen, das dich echt und ehrlich widerspiegelt.
Denke einmal an die großen Marken, nimm sie dir ruhig auch als Inspiration, die guten Beispiele, Marken, die sich seit Jahrzehnten nicht oder nur minimal verändert haben. Sie sind zeitlos und erzählen bestenfalls die Geschichte einer Marke auf ihre ganz einzigartige, eigene Art und Weise. Sie sind authentisch und bleiben in bester Erinnerung.
Trends sind keine Blaupause für irgendetwas. Weder für dein Logo, noch für dein Branddesign. Ein Logo darf – nein, muss – wachsen können. Es muss zur Marke passen und eine einzigartige Wiedererkennbarkeit schaffen.
Fazit: Renne nicht jedem Trend hinterher, …
… sondern zeige Haltung.
Was ich sehe und empfehle, auch wenn ich mich da wiederhole, laufe nicht irgendwelchen Trends hinterher, weil du denkst, dann bin ich hip, up to date. Das ist meiner Meinung nach grundfalsch.
Denn das, was in deinem Design, deinem Logo, ja deinem gesamten Markenauftritt vermittelt werden sollte, ist das, wofür du stehst. Was dir wichtig ist, welche Werte du hast. Es muss zu deinem Business passen und deine Wunschkund*innen ansprechen. Und so erreichen, dass sie deinem Logo, deinem Branddesign einerseits mit dir und deinen Werten verbinden und andererseits immer auch einzigartig ist.

Gerade in Zeiten von KI und Canva ist es so leicht geworden, selbst etwas zu gestalten. Das verführt dazu, immer wieder am Design zu „basteln“. Doch genau das verwässert deinen Auftritt.
Die alte Marketing-Weisheit gilt heute mehr denn je: Zeige dich anders als andere. Hebe dich von deinen Mitbewerbern ab. Bist du Einzelunternehmerin, baue deine Personalbrand auf. Individualität, Persönlichkeit, sich echt und authentisch zeigen, Haltung zeigen, darum geht es. Auch, wenn die Worte inzwischen ziemlich abgenutzt sind, so bleiben sie doch wahr.
Sei mutig. Traue dich. Zeige dich so, wie du bist. Du wirst sehen, du wirst besser wahrgenommen. Es hilft deiner Sichtbarkeit und der Klarheit deines Auftritts. Vom Logo, über Social Media bis zur Website und Printwerbung.
Also, frag dich nicht: Welcher Trend passt zu mir? Sondern: Was passt zu mir – und warum?
PS: Du bist unsicher, ob bei deinem Design alles passt? Ob es Optimierungspotenzial gibt? Dann hole dir hier mein Workbook „nachhaltiger Markencheck“ für 0 Euro.

… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos & Branddesigns. Sie unterstützt kleine Manufakturen, Solo-Selbstständige & Visionär*innen beim gesamten Markenauftritt. Ihr Angebot richtet sich an Menschen, die für ihre Idee brennen, die Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen und etwas in dieser Welt bewirken wollen.
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