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1233 Tage fleischlos – es ging nie nur ums Essen

1233 Tage fleischlos. Was dahinter steckt, ist mehr als eine ErnÀhrungsentscheidung.

In diesem Beitrag geht es um leise, bewusste Entscheidungen, die aus Haltung entstehen. Um Verantwortung im Alltag zu ĂŒbernehmen und darum, wie sich diese innere Klarheit auch im Business zeigt.

Mein heutiger Beitrag ist eine persönliche Reflexion ĂŒber Werte, Intuition und die Kraft kleiner Schritte.

Auf den Tag genau vor 1233 Tagen habe ich beschlossen, komplett auf Fleisch zu verzichten. Wobei, meinen Konsum hatte ich schon viele Jahre zuvor stark reduziert – maximal ein Fleischgericht pro Woche, ganz bewusst. Aus Respekt vor den Tieren, aus gesundheitlichen GrĂŒnden und auch, weil ich mir nie besonders viel aus Fleischgerichten gemacht habe.

Und dann war da dieser Tag im Oktober 2022. Ein GefĂŒhl. Eine Stimme die sich meldete. Einfach so und die Entscheidung stand fest: Ich werde mich ab heute fleischlos ernĂ€hren. Kein besonderer Anlass oder Auslöser. Kein moralischer Zeigefinger. Einfach ein ruhiger, klarer Entschluss. Von einem Tag auf den anderen. Und es fĂŒhlte sich so gut an und tut es noch immer.

buntes, frisches GemĂŒse aus dem eigenen Topfgarten: grĂŒne Bohnen, Chilis, Paprika, Auberginen, Tomaten, kleine Gurke
GemĂŒse aus meinem Topfgarten

Mich faszinieren solche Momente. Diese Entscheidungen, die von ganz tief innen kommen. Die plötzlich da sind. Einfach so.

Wenn ich so drĂŒber nachdenke: In meinen inzwischen 22 Jahren als Designerin habe ich viel gelernt, auch, dass kraftvolle VerĂ€nderungen selten mit einem Paukenschlag beginnen. Sie starten mit einem GefĂŒhl. Mit Intuition. Ganz leise. So war es bei mir eigentlich schon immer. Ein bisschen so wie eine zarte, kleine Pflanze. Gibt man ihr Raum und ein bisschen Pflege, wĂ€chst und gedeiht sie.

Warum eigentlich kein Fleisch mehr?

Dazu ein kurzer RĂŒckblick, der manches erklĂ€rt: Meine Eltern hatten bis Anfang der 80er Jahre eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft. Wir hielten auch ein paar Schweine. Ich mochte sie sehr und war vor allem als Kind gerne bei ihnen und brachte ihnen gerne kleine Leckerlis.

Aber wenn der Zeitpunkt zum Schlachten nahte und der Metzger kam, verkroch ich mich. Ich hatte immer das GefĂŒhl, die Tiere wussten genau, was gleich passieren wĂŒrde. Das war schwer ertrĂ€glich fĂŒr mich. Vielleicht begann da schon meine innere Abneigung gegen Fleisch.

SpĂ€ter, als ich von zu Hause auszog, verĂ€nderten sich meine Essgewohnheiten weiter. Ich probierte immer öfter vegetarische und vegane Gerichte – sie schmeckten mir einfach viel besser. Vor allem meinem damaligen Partner zuliebe blieb ich noch bei ein bis zwei Fleischgerichten pro Woche.

Je mehr ich mich mit Tierhaltung auseinandersetze und erfuhr, was den Tieren zum Teil fĂŒr ein großes Leid angetan wird, desto weniger stimmig fĂŒhlte es sich fĂŒr mich an, Fleisch zu essen. Tja und als ich dann vor inzwischen fast vier Jahren ganz verzichtete, war es kein großes Ding. Es fĂŒhlte sich befreiend an. NatĂŒrlich und richtig.

FrĂŒhlingskrĂ€uter-Suppe im weißen Teller, mit Kresse dekoriert und Vollkorncracker und KrĂ€uterbutter daneben liegend
FrĂŒhlings-KrĂ€uter-Suppe mit Cracker und KrĂ€uterbutter

FĂŒr mich ist pflanzliche KĂŒche vielseitiger. All die GewĂŒrze, KrĂ€uter, dazu neue Kombinationen, die ich ausprobiere/selber kreiere – es wird nie langweilig. Fleischgerichte waren fĂŒr mich dagegen oft austauschbar.

Einen weiteren aha-Moment hatte ich kĂŒrzlich, als ich meine alten Rezeptordner durchgesehen und aussortiert habe. Da waren noch viele Fleischgerichte zwischen den pflanzlichen und ich musste grinsen. Es ist wirklich spannend, wie sich die Dinge einfach so verĂ€ndern. Bis heute habe ich kein einziges Mal Fleisch vermisst und ich brauche auch keinen Fleischersatz. Warum? Ich mag‘’’s nicht, die meist sehr langen Zutatenlisten, der VerpackungsmĂŒll. Nein, das ist nicht mein Weg.

Aktuell ernÀhre ich mich etwa zu 70 Prozent vegan und 30 Prozent vegetarisch. Ob ich irgendwann ganz vegan lebe? Keine Ahnung. Vielleicht gibt es wieder so einen leisen Moment und es macht einfach Klick.

Und dann ist da noch mein Hund, mein Feelgood-Manager Remo. Er bekommt weiterhin Futter mit Fleischanteil, mit Möhrenbrei und anderen guten Sachen aufgepeppt. Ich habe versucht, ihm rein Pflanzliches schmackhaft zu machen, aber der alte Feinschmecker (im Mai wird er 12 Jahre) hat sich nicht ĂŒberzeugen lassen.

Tja, Verantwortung ist eben manchmal komplexer, als man es gerne hÀtte.

Was sich innen & außen verĂ€ndert hat

Mit der Umstellung hat sich auch mein Blick auf Lebensmittel ganz allgemein verĂ€ndert. Bewusst essen heißt fĂŒr mich: frische Zutaten, möglichst unverarbeitet, saisonal, mit Blick auf Ressourcen. Nicht nur das „Ohne“ zĂ€hlt, auch das „Wie“ ist sehr wichtig fĂŒr mich.

Wie ich bereits erwÀhnte, ich probiere hÀufiger neue Gerichte aus, kreiere eigene, kombiniere neu. Ich kann gar nicht anders. Es liegt mir wohl im Blut. Auch beim Kochen bin ich gerne kreativ.

Vegetarische Gerichte, oben: frittierte ReisbĂ€llchen, unten links Filo-Taschen mit NussfĂŒllung und rechts unten Dumplings mit Chinakohl-Tofu-FĂŒllung
Div. Gerichte fĂŒr die Koch-Challenge meiner Facebook-Gruppe

In Restaurants war ich ĂŒbrigens schon lange nicht mehr. Gute pflanzliche Optionen sind hier in der Gegend ziemlich rar und meine Geschmacksknospen sind inzwischen ziemlich anspruchsvoll geworden. Es ist gar nicht so leicht, mich zufriedenzustellen. Mir schmeckt‘’’s bei mir zu Hause einfach ma besten. 😉

Noch eine Sache, was wir sehr wichtig ist: Ich wĂŒrde nie jemandem vorschreiben, was er oder sie essen soll. Das muss jede*r mit sich selbst vereinbaren. Wenn es passt, versuche ich, zum Ausprobieren zu inspirieren. Vielleicht ein Fleischgericht pro Woche gegen ein pflanzliches tauschen. Oder bei der GemĂŒsesuppe die WĂŒrstchen einfach mal weglassen und fĂŒr extra Pep und WĂŒrze ein Pesto dazu.

Verantwortung manchmal ein grĂ¶ĂŸeres Wort als gedacht

Was mich sehr freut: Immer mehr Menschen in meinem Umfeld reduzieren freiwillig ihren Fleischkonsum. Das Bewusstsein wÀchst.

Und wÀhrend ich hier sitze und denke und schreibe, wird mir noch etwas anderes klar: Meine Entscheidung hatte nicht nur mit Essen und ErnÀhrung zu tun. Es ging um Verantwortung. Um Haltung, um die Frage:

FĂŒhlt sich das, was ich tue, noch stimmig an?

Genau diese Frage stelle ich mir auch bei meiner Arbeit als Designerin. Da ist Mein „GrĂŒnes BĂŒro“, wie ich es nenne, das ist keine Trenderscheinung. FĂŒr mich ist es selbstverstĂ€ndlich, so umweltbewusst zu arbeiten wie möglich.

Mein GrĂŒnes BĂŒro, im Hintergrund Topfpflanzen, vorne Stifte, Bullet Journal
Ein Blick in mein grĂŒnes BĂŒro

Bei Kundenprojekten, sei es ein Logo oder ein komplettes Branddesign, habe ich von Anfang stets die Umwelt und Ressourcenschonung im Blick. Klare Gestaltung, die flexibel und langlebig ist. Ich empfehle Recyclingpapiere fĂŒr Drucksachen und die passenden Auflagen. Berate, wie man die eigene Nachhaltigkeit noch besser sichtbar machen kann und noch einiges mehr.

Verantwortung beginnt im Kleinen. Step by Step. Und wirkt im Großen.

5 Dinge, die ich gelernt habe

  1. Kleine Entscheidungen können viel verĂ€ndern – privat wie beruflich.
  2. Verzicht fĂŒhlt sich nicht wie Verzicht an, wenn er Sinn ergibt.
  3. Diskussionen darf man aushalten.
  4. Haltung ist kein Trend.
  5. Bewusstsein wirkt. Auch leise.

Wo ĂŒbernimmst du Verantwortung – sichtbar oder im Stillen?

Was all das mit deinem Business zu tun hat?

Genau aus diesen und anderen Ă€hnlichen Gedanken heraus ist auch meine 3-monatige Markenbegleitung entstanden. Ein Raum fĂŒr bewusste Entscheidungen. Ohne Druck. Ganz in Ruhe darf wachsen, was wachsen soll. Kein blinder Aktionismus.

Wir schauen gemeinsam hin, sortieren, hinterfragen – Schritt fĂŒr Schritt. Ich begleite dich, bin an deiner Seite, statt dir einfach „nur“ ein neues Design zu ĂŒberreichen.

Wenn dich das interessiert, dann lass uns in einem unverbindlichen KennenlerngesprÀch schauen,
ob die Markenbegleitung fĂŒr dich der richtige nĂ€chste Schritt ist. Buche dir gerne hier einen Telefontermin.

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