Es gibt solche Tage, da packt es mich einfach. Da habe ich das GefĂŒhl, ich muss Ballast loswerden. AufrĂ€umen. Ausmisten. Platz schaffen. Und manchmal möchte ich am liebsten alles nehmen und weg damit. Aber das ist natĂŒrlich Quatsch.
Vielleicht ist der Kopf zu voll?
Als meine Mom gestorben ist, fing ich an aufzurĂ€umen, wie schon lange nicht mehr. Ich habe mal gelesen, dass das ein Teil von Trauerarbeit sein kann â Dinge loslassen, um innerlich loslassen zu können. So in der Art. Erscheint mir logisch.
Wie auch immer â darum soll es hier und heute gar nicht gehen.
Worum geht es in diesem Beitrag?
Wenn du deine Marke auffrischen oder deine Positionierung schĂ€rfen möchtest, beginnt der erste Schritt oft mit Klarheit. Ich erzĂ€hle dir vom AufrĂ€umen meiner Business-Ordner, ĂŒber das Loslassen von Dingen und das Entdecken von Vergessenem, bis zur Klarheit in der Marke: Warum Loslassen oft der erste Schritt ist, um dein Branding neu auszurichten.
Wenn die Intuition âJetzt!â sagt
Erst kĂŒrzlich hatte ich wieder einmal so einen Moment. Meine Intuition meldete sich sehr klar:
Heidrun, es ist Zeit. Zeit zum Ausmisten. Aber so richtig.
Obwohl ich meist zum Jahresende meine Ordner durchgehe, den Schreibtisch und Computer aufrĂ€ume und sortiere â es war gefĂŒhlt noch immer von vielem zu viel da. Es fĂŒhlte sich wie echter Ballast an.
Also habe ich auf meinen Bauch gehört und habe mir als Erstes meine Business-Ordner vorgenommen. Ich wusste, da schlummert viel uraltes Zeug, das schon lĂ€ngst in den MĂŒll gehört hĂ€tte.
Business-Ordner, Papierstapel & kleine SchÀtze
Mein erstes âOpferâ, die Rechnungs-Ordner. Fast ein ganzes Wochenende lang habe ich mich durch zig Ordner gewĂŒhlt. Was sich da alles angesammelt hatte ⊠puh.
Es fĂŒhlte sich so befreiend an, als der erste Papierkorb voll war. Und der zweite fĂŒllte sich genauso schnell. Ist schon irre, was dieses Ausmisten im Kopf macht.

Und weil mir Ressourcenschonung sehr wichtig ist, habe ich alte Rechnungen und Briefwechsel, die noch gut erhalten waren, als Schmierpapier gesammelt. Wegwerfen mit gutem Gewissen â aber eben nicht verschwenderisch.
Es fiel mir dieses Mal erstaunlich leicht, Dinge loszulassen, bei denen ich frĂŒher dachte: âAch, hebâs noch mal auf. Wer weiĂ âŠâ
Weniger Ballast. Mehr Raum.
Schlussendlich habe ich nur behalten, was gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Rest wurde stark ausgedĂŒnnt. Vor allem meine alten Ideen-Ordner. Ăber Jahre habe ich gesammelt. Anzeigen, Flyer, Visitenkarten und, und, und. So viele Dinge, die nicht mehr zu mir passten oder schlicht alt und ĂŒberholt waren.
Aber: AufrÀumen hat noch eine andere, wunderschöne Seite.
Ich habe kleine SchÀtze wiederentdeckt. Notizen. Skizzen und anderes. Dinge, die ich fast vergessen hatte.
Und das hatte einen Nebeneffekt: Ich habe ein neues Art-Sketchbook begonnen. Dort mische ich Zeichnungen mit Zeitungsausschnitten, lasse mich von alten Ideen zu neuen Werken inspirieren. Dem Thema Collagen will ich mich mehr widmen. Und ich merke: Das begeistert mich gerade alles sehr. Das bringt mich auf ganz neue Ideen.

Digital ging es weiter mit dem AufrÀumen.
Meine Bilderordner waren ĂŒber die Jahre fast zu einem kleinen Dschungel herangewachsen. Zum Beispiel so viele SonnenuntergĂ€nge ⊠oh je ⊠â viele nur minimal unterschiedlich. Da habe ich mich gefragt: Wer braucht schon drölfundneunzig Versionen des im Grunde selben Abendhimmels? đ
Jetzt ist vieles gelöscht, sauber nach Jahren und Monaten sortiert. Viele Gigabyte mehr Platz auf meinem Rechnner. Und auch meine E-Mails mussten dran glauben. Und plötzlich ist wieder Luft auf der Festplatte â und im Kopf. Herrlich.
Mein Schreibtisch ist ebenfalls luftig geworden. Und das soll auch so bleiben.
Deshalb: rĂ€ume ich Abends alles auf, checke meine To-dos fĂŒr den nĂ€chsten Tag, trage Wichtiges ins Bullet Journal ein. Und dann ist Ruhe.

Ach, fast vergessen: Seit diesem Jahr habe ich einen Marketing- und Redaktionsplan. Kein Verirren mehr im Ideenwald. Endlich hat alles seinen Platz. Alles fĂŒhlt sich klar und aufgerĂ€umt an. Und das ist ein richtig gutes GefĂŒhl.
Auch privat: Loslassen macht leichter
Auch privat hat Ausmisten etwas Befreiendes. Kleidung, die nicht mehr passt oder gefĂ€llt und seit Jahren ein Schattendasein in der hintersten Ecke fĂŒhrt. BĂŒcher, die ich nie wieder lesen werde. Gewohnheiten, die Energie kosten und eigentlich nicht mehr zu mir passen.
So gehe ich zweimal im Jahr meine Kleidung durch. Sie wird jedes Jahr etwas weniger und wird nicht gleich wieder durch neue ersetzt! Bei all dem spielt meine Stimmung eine groĂe Rolle. Wenn ich nicht im âAussortiermodusâ bin, fĂ€llt es mir nĂ€mlich eher schwer, etwas wegzugeben, selbst wenn ich es seit Jahren nicht getragen habe.
Deshalb mein Tipp fĂŒr dich: Nutze die Momente, in denen du innerlich bereit bist.
Oder: starte kleiner.
Wenn ich eigentlich gerne AufrĂ€umen möchte, aber nicht so in der richtigen Stimmung bin, dann nehme ich mir einfach nur kleine Projekte vor. Zum Beispiel jede Woche ein âDingâ. Einen Schubkasten. Nur die T-Shirts durchgehen. Ein Regalbrett.
Und jedes Mal fĂŒhlt es sich auch nach dem âkleinen AufrĂ€umenâ gut an.
Ein kleines StĂŒck mehr Leichtigkeit.
Ausmisten ist eine Haltung
Schaue ich genauer hin, ist Ausmisten mehr als nur Ordnung schaffen.
- Es ist bewusstes Entscheiden.
- PrioritÀten setzen.
- Verantwortung ĂŒbernehmen â fĂŒr mich selbst und fĂŒr das, was ich in die Welt bringe.
Das gilt fĂŒr Konsum. FĂŒr ErnĂ€hrung. FĂŒr Entscheidungen im Alltag. Ăberall.
Und es gilt auch fĂŒr Marken, die wirklich Haltung zeigen wollen.
Weniger ist mehr, wenn es bewusst geschieht.
Ein kleiner Impuls fĂŒr dich
Schau dich um. Was darf gehen? Welche Ideen, Dateien oder Gewohnheiten blockieren dich noch?Fang klein an. Ein Ordner. Ein Regal. Mach ein Ritual daraus. In deinem Rhythmus. So wie es sich fĂŒr dich gut anfĂŒhlt.
Jede kleine Entscheidung bringt Klarheit. Und Raum.

Denn genau das passiert beim Loslassen:
Wir entdecken SchÀtze wieder.
Wir erkennen, was wirklich zÀhlt.
Und manchmal ist weniger einfach mehr.
Klarheit im Design, bei deiner Marke, beginnt mit Weglassen
Im Design und in der Markenentwicklung ist Ausmisten oft der SchlĂŒssel zur Klarheit.
- Weniger Farben.
- Weniger Botschaften.
- Weniger visuelles Durcheinander.
Wenn alles ĂberflĂŒssige verschwindet, wird das Wesentliche sichtbar.
Und plötzlich wirkt eine Marke nicht lauter, sondern klarer.
Loslassen ist auch hier eine Haltung.
Bewusst entscheiden, was bleibt. Und was gehen darf.
Also frag dich:
Welche Elemente deiner Marke sind (noch) stimmig?
Und welche haben sich ĂŒberlebt?
Was darf gehen, damit dein Business wieder atmen kann?
Wenn du das GefĂŒhl hast, in deinem Business hat sich ĂŒber die Jahre einiges angesammelt â Ideen, Angebote, Designfragmente â und du wĂŒnschst dir mehr Klarheit fĂŒr deinen Auftritt statt Ideenwald, dann lass uns gemeinsam sortieren und optimieren. Ich begleite dich gerne Schritt fĂŒr Schritt, damit am Ende nur das bleibt oder wird, was wirklich zu dir passt. đ
PS: Wenn du erstmal selber schauen möchtest, dann starte klein: Mit meinem 0-Euro-Markencheck bekommst du einen ersten Ăberblick, er zeigt dir in nur 10 Minuten, ob dein Branding deine grĂŒne Haltung widerspiegelt oder du wertvolles Potenzial verschenkst.

⊠ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos & Branddesigns. Sie unterstĂŒtzt kleine Manufakturen, Solo-SelbststĂ€ndige & VisionĂ€r*innen beim gesamten Markenauftritt. Ihr Angebot richtet sich an Menschen, die fĂŒr ihre Idee brennen, die Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen und etwas in dieser Welt bewirken wollen.
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