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DIY-Branding: selbst gemacht = Geld gespart?

Oder kostet DIY-Branding am Ende mehr, als du denkst?

Diese Frage habe ich vor ein paar Wochen in meiner Umfrage gestellt. Denn ich wollte nicht einfach über meine eigenen Erfahrungen und Vermutungen schreiben. Ich wollte es genau wissen und habe Kund*innen, Selbstständige und kleine Unternehmen aus meinem Netzwerk gefragt, wie sie ihr Branding entwickelt haben, warum sie genau diesen Weg gewählt haben und wie sie heute – mit etwas Abstand – darüber denken.

Ich hatte eine Vermutung im Kopf, wie die Ergebnisse aussehen würden. Aber eines kann ich dir schon jetzt verraten: meine Vermutung trifft nur zum Teil zu. Oder anders ausgedrückt, das Ergebnis war differenzierter, als ich dachte.

Offenbar geht es bei der Entscheidung für oder gegen professionelle Unterstützung um viel mehr als nur um die Frage, ob jemand Geld für eine Designerin oder einen Designer ausgeben möchte oder nicht. Das fand ich sehr interessant und spannend.

Warum machen Menschen ihr Branding selbst?

Vielleicht hast du beim Thema Branding auch als Erstes die Kosten im Kopf. Und ich verstehe es gut, vor allem, wenn du noch ganz am Anfang deiner Selbstständigkeit stehst und kein großes Budget hast, dass du dein Logo, die Website oder Social-Media-Vorlagen selbst gestaltest.

Die Ergebnissen meiner Umfrage zeigen zwar, dass das Thema Geld eine Rolle spielt, aber längst nicht so stark, wie ich dachte. Viel häufiger ging es um andere Dinge, wie: selbst entscheiden können, schnell starten, Spaß am Gestalten haben, die eigenen Vorstellungen umsetzen oder das Gefühl, es selbst in der Hand zu haben.

Grafik Warum machen Menschen ihr Branding selbst?

Das heißt, selbst gemacht bedeutet nicht automatisch:
„Ich will kein Geld für Design ausgeben.“

Nur 11 Prozent nannten Kosten sparen als wichtigsten Grund. Mehr als die Hälfte fühlte sich bereits einmal durch ihr Branding ausgebremst.

Kein Wunder, dass Tools wie Canva oder inzwischen auch KI für viele so attraktiv sind. Sie geben Menschen unmittelbar die Möglichkeit, aus einer Idee etwas Sichtbares zu kreieren ohne erst eine Designerin oder einen Designer zu finden, zu beauftragen, einen Briefingprozess zu durchlaufen, Angebote einzuholen, zu vergleichen und sich zu entscheiden.

Dass das ein Hinderungsgrund sein kann, verstehe ich durchaus. Es ist einfach mit mehr Aufwand verbunden. Besonders, wenn man zum ersten Mal gründet, will man in der Regel mit dem eigenen Business schnell loslegen. Und mit der Geduld ist es ja oft so eine Sache – ich kenne das nur zu gut. 😉

Also, warum nicht erst einmal mit den vorhandenen Möglichkeiten loslegen?

Was kostet DIY wirklich?

Dennoch, auch bei der DIY-Entscheidung gibt es einen Kostenfaktor, der gerne übersehen wird: der eigene Zeitaufwand. Einige der Umfrage-Teilnehmer*innen haben 10, 20 oder sogar noch mehr Stunden in die Entwicklung ihres visuellen Auftritts gesteckt. Das ist nicht gerade wenig.

Jetzt könnte ich natürlich einfach einen Stundensatz annehmen und ausrechnen, was diese Zeit theoretisch gekostet hat. Aber so einfach möchte ich es mir nicht machen. Denn wenn jemand gerne gestaltet, vielleicht sogar ein Händchen dafür hat, dabei etwas lernt und mit dem Ergebnis zufrieden ist, ist nicht jede investierte Stunde automatisch eine „verlorene“ Stunde.

Interessant wird es allerdings, wo später weiterer Aufwand dazu kommt.

Zum Beispiel, wenn jedes Social-Media-Posting immer wieder die Frage aufwirft, welche Schrift wähle ich? Welche Farbe(n)?  Welche Gestaltung, welcher Stil passt eigentlich? Wenn die unglaubliche Masse an Möglichkeiten, schlicht überfordert und so Vorlagen immer wieder neu gebaut werden? Wenn man sich nicht wirklich sicher ist, ob der eigene Auftritt professionell genug wirkt. Tja …

Dann entstehen Kosten, die auf keiner Rechnung stehen und so unter den Tisch fallen.

Grafik: DIY-Branding = 0 Euro-Rechnung?

Überlege mal, wenn du solche Entscheidungen Woche für Woche immer wieder triffst, summiert sich das. Nicht unbedingt in Euro, aber eben in Zeit, Unsicherheit und zusätzlichen Entscheidungen.

Spannend ist allerdings, dass genau das für mehr als die Hälfte der Befragten überhaupt kein Problem ist. Sie nehmen es offenbar in Kauf.

DIY kann funktionieren

Das zeigt mir, dass ich meine These wohl ein bisschen korrigieren muss: Denn, wenn für mehr als die Hälfte der Befragten das selbst entwickelte Branding bisher kein Problem darstellt und sie sich auch nicht ausberemst fühlen, dann nehme ich das so an.

Denn nur weil eine Gestaltung nicht meinen professionellen Ansprüchen genügt, heißt das noch lange nicht, dass sie für die Person dahinter nicht funktioniert.

Ein kleiner Handwerksbetrieb, ein Café, eine Yogalehrerin oder ein Coach müssen mit ihrem Auftritt schließlich keine Designjury überzeugen. Sie müssen vor allem ihre Kund*innen erreichen, verständlich kommunizieren und dafür sorgen, dass man sie wiedererkennt. Und das kann durchaus auch mit einem DIY-Branding funktionieren.

Vielleicht sehen wir Designer*innen die Dinge manchmal zu sehr durch die Design-Brille? Wir schauen auf Typografie, Abstände, Weißraum, Farbkontraste, Bildsprache, Gestaltungselemente und auf die Markenstrategie. Natürlich ist das alles wichtig für ein gutes Design.

Es ist wohl einfach so, dass Kund*innen viel pragmatischer darüber denken: Verstehen die Menschen, was ich anbiete? Kann ich damit arbeiten? Lautet die Antwort: „Ja“, kann ein selbst entwickelter Auftritt eben durchaus seinen Zweck erfüllen.

Was ist „gutes Design“?

Vielleicht geht es dir genauso und du fragst dich nicht: Ist dieses Design professionell genug? Sondern: Erfüllt es seinen Zweck, für mein Business und die Menschen, die ich erreichen will?

Dennoch: es bedeutet nicht, dass gestalterische Qualität unwichtig wäre. Im Gegenteil. Gute Gestaltung kann sehr viel leisten. Sie muss eben nicht nur gut aussehen. Sie kann, sie sollte, etwas bewirken.

Welche Aufgabe hat ein Branding eigentlich?

Und so wurde relativ schnell klar, dass es den Umfrageteilnehmer*innen um mehr geht, als das Zusammenpassen von Logo, Farben, Schriften & Co.

Am häufigsten wurde ein professionellerer Auftritt genannt. Aber auch Wiedererkennung, die richtigen Kund*innen anzusprechen, ein konsistenter Auftritt und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle.

Grafik: Was soll Branding eigentlich leisten?

Die Befragten wünschen sich ein Branding das dabei hilft, sichtbar und wiedererkennbar zu werden, Vertrauen aufzubauen und die richtigen Menschen anzusprechen. Das ist ein Ergebnis, das mich ehrlich gesagt sehr gefreut hat. Es ist offenbar bei meiner Zielgruppe angekommen, dass ein Branddesign viel mehr ist, als ein „schönes Logo“.

Schön, dass sich inzwischen offenbar andere Fragen gestellt werden.

Es geht um mehr als Gestaltung

Genau das ist der Punkt. Mir ist das klar. Klar. 😉 Meine Arbeit ist nie nur reine Gestaltung. Bevor ich gestalte, gibt es einiges an Vorarbeit. Fragen. Viele Fragen. Denn wenn Branding mehr leisten soll als Wiedererkennung und ein professioneller Auftritt, dann muss man schon etwas tiefer einsteigen.

Denn woher soll ich wissen, welche Farben, Schriften, Bilder oder Gestaltungselemente zu einer Marke passen, wenn vorher gar nicht klar ist, wofür diese Marke eigentlich steht? Welcher Mensch dahinter steckt.

Was passiert, wenn wir gemeinsam tiefer einsteigen?

Die folgenden Rückmeldungen haben mir einige meiner Kund:innen gegeben. Sie zeigen sehr schön, was für mich hinter einer solchen Zusammenarbeit steckt. Manches davon wurde auch in meiner Umfrage genannt.

Manuela, eine autobiografische Schreibbegleiterin hat es für mich besonders schön auf den Punkt gebracht:

„Es war und ist alles schon in mir – ich konnte es alleine nur nicht freilegen.“

Das ist genau der Ansatz, den ich in meiner Markenbegleitung verfolge: Ich versuche nicht, dir eine Marke überzustülpen. Ich möchte zuerst herausfinden, was bereits da ist: Was macht dich aus? Wofür stehst du? Was ist dir wichtig? Was sollen deine Kund*innen von dir wahrnehmen?

Manchmal sind die Antworten darauf schon ziemlich klar. Manchmal entstehen sie erst im bzw. mehreren Gesprächen. Ein anderes Mal bringt die Kundin oder der Kunde bereits konkrete Vorstellungen mit. Dann geht es darum, diese Vorstellungen gemeinsam weiterzuentwickeln, bis sie ein rundes Bild ergeben.

Bei Stefan, einem Business-Coach, war es genau so: Er brachte eigene Ideen und Vorstellungen ein, die wir im gemeinsamen Austausch weiterentwickelt und mit meinem Know-how ausgestaltet haben.

„Es ist ein Markenbild entstanden, das 100 % zu mir passt und mich und meine Werte vollständig widerspiegelt.“

Das trifft ziemlich genau, wie ich echte Zusammenarbeit verstehe: Du bringst dein Wissen über dich, dein Unternehmen und deine Kund*innen mit. Und ich bringe meinen Fachblick, meine Erfahrung und mein gestalterisches Know-how mit.

So entsteht etwas, das weder einfach „von mir gemacht“ noch komplett selbst entwickelt wurde. Es ist ein Gemeinschaftswerk.

Und manchmal kommt es vor, dass ich mit einem Designprojekt beauftragt werde und etwas entsteht, was zunächst gar nicht geplant war. Eine andere Kundin beschrieb es so:

„Was zunächst als reines Designprojekt begann, wurde durch deine umfangreichen Fragen und den gemeinsamen Austausch auch zu einem Stück Positionierungsarbeit.“

Genau das ist der Grund, warum ich so viele Fragen stelle. Denn Gestaltung ohne Klarheit ist im Zweifel „nur“ hübsche Oberfläche.

Und dann sind da noch die vielen kleinen Entscheidungen

Noch ein Beispiel aus meinem Designleben: Ich hatte dieses Jahr ein Brandingprojekt, bei dem die Richtung schnell klar war. Dennoch hat die Gestaltung noch einige Zeit in Anspruch genommen.  

Bei Sabrina, in ihrem Business geht es um Atem-Gesundheit, waren die Punkte wie Schrift fürs Logo und Symbol relativ schnell klar. Zumindest auf den ersten Blick. Aber dann kamen doch noch Unsicherheiten auf: Welche Farbkombinationen passen wirklich am besten? Welche fühlt sich richtig an? Wie soll der Slogan lauten? Und soll die Linie dynamisch oder doch eher sanft wirken?

Das klingt vielleicht nach Kleinigkeiten. Aber wenn du selbst vor diesen Entscheidungen stehst und weißt: Das Design soll mich und mein Unternehmen für die nächsten Jahre repräsentieren, dann können solche Kleinigkeiten ziemlich groß werden. Gefühlt.

Sabrina schrieb dazu:

„Meine größte Herausforderung waren die Entscheidungsprozesse.“

Und da komme ich wieder mit meiner Expertise ins Spiel: Ich kann dich mit meinem Wissen unterstützen und dir ein Stück Sicherheit geben. Denn ich möchte dir nicht einfach zehn Varianten präsentieren und sagen: „Such dir einfach etwas aus.“ So arbeite ich nicht.

Ich finde es wichtig, mit dir gemeinsam herauszufinden, warum sich eine Variante richtig anfühlt oder was vielleicht noch nicht passt. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir zwei, drei oder mehr Runden drehen. Das Wichtigste ist, dass sich am Ende alles für dich richtig anfühlt. Du musst dich mit deinem Design rundum wohlfühlen, dich damit identifizieren können. Die Zeit muss sein. Glaube mir, es lohnt sich.

Sabrina meinte noch: „…dass sie trotz all der Überlegungen immer wieder bei ihren ersten Impulsen gelandet ist – und bedankte sich für meine „wertschätzende Geduld“.

Das hat mich natürlich sehr gefreut.

Ich finde, das ist ein wirklich wichtiger Teil meiner Arbeit: Nicht die Entscheidungen für jemanden zu treffen, sondern dabei zu helfen, die eigenen Entscheidungen klarer zu sehen.

Also: DIY-Branding = Geld gespart?

Kommen wir zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Branding selbst gemacht = Geld gespart? Nachdem ich mir alle Antworten noch einmal angesehen habe:

Es kommt drauf an.

Natürlich kostet ein selbst entwickeltes Branding erst mal kein Honorar für eine Designerin oder einen Designer. Insbesondere, wenn das Budget knapp ist, kann ich diese Entscheidung gut verstehen. Andererseits haben einige der Befragten ziemlich viel Zeit investiert. Und Zeit ist gerade am Anfang oder wenn man alleine arbeitet, ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Ressource.

Aber auch das möchte ich nicht einfach als Kosten verbuchen. Wer gerne gestaltet, Spaß daran hat und mit dem Ergebnis zufrieden ist, für den kann DIY genau die richtige Lösung sein. Umgekehrt ist professionelle Gestaltung nicht automatisch die bessere Entscheidung, nur weil sie Geld kostet.

Was ich aus der Umfrage und den Kundenstimmen mitnehme, sind deshalb vor allem drei Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dich für DIY oder professionelles Branding entscheidest:

  • Was brauche ich gerade wirklich?
  • Was ist sinnvoll?
  • Und wobei kann mich professionelle Unterstützung tatsächlich weiterbringen?

Eine klare Trennlinie zwischen „DIY“ und „professionell“ gibt es offenbar nicht. Und das ist okay.

Was ich für meine eigene Arbeit aus der Umfrage mitnehme?

Ich möchte niemanden davon überzeugen, dass ein Branding unbedingt professionell entwickelt werden muss. Vielleicht brauchst du zunächst nur Unterstützung beim Finden der passenden Farben und Schriften? Oder ein paar gute Vorlagen, mit denen du selbst arbeiten kannst. Vielleicht hast du schon konkrete Vorstellungen und möchtest einfach meinen Fachblick dazu.

Oder du möchtest gemeinsam deine Positionierung schärfen und daraus eine visuelle Identität entwickeln.

Und vielleicht brauchst du vor allem jemanden, der die richtigen Fragen stellt und dir hilft, das freizulegen, was eigentlich schon in dir und deinem Business steckt. Und da beginnt meine Markenbegleitung.

Die Frage ist also weniger: „DIY oder Profi?“ Sondern: Was brauche ich wirklich, damit meine Marke zu mir passt und mich bei meiner Arbeit unterstützt?


*Info zur Umfrage: Sie ist nicht repräsentativ – mit 23 Teilnehmenden.

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