Warum sich meine Markenbegleitung für Selbstständige ein bisschen wie Back to the roots anfühlt.
Wenn ich heute auf meinen beruflichen Weg schaue, sehe ich keine gerade Linie. Was erst mal nichts Besonderes ist, oder? Spannend finde ich allerdings die Verbindungen zwischen den Anfängen und dem Heute, die sich plötzlich ganz deutlich zeigen.
Vom Marketing zur Gestaltung
Vor ein paar Tagen, ist es mal wieder passiert.
Bei einer unserer Runden durch Feld und Wiesen wurde mir etwas klar: Mein neues Angebot „Markenbegleitung“ fühlt sich ein bisschen wie Back to the roots an.

Bevor ich mich 2003 selbstständig machte, war ich im Marketing bei einem großen Fachverlag angestellt. Da ich dort auch viel mit der Grafikabteilung zusammenarbeitete, merkte ich, dass mir das Gestalten von Broschüren, Anzeigen und anderem Werbematerialien sehr viel Spaß machte und entschied mich für ein Fernstudium zur Werbegrafikerin (mehr dazu, hier: Über mich).
Ich will jetzt auch gar nicht allzu weit ausholen. Kurz vor Abschluss des Fernstudiums änderte sich einiges im Verlag und ich setzte meinen schon länger gehegten Wunsch in die Tat um: Ich machte mich selbstständig. Es war genau der richtige Zeitpunkt.
Meine Intension: Ich wollte kleine Unternehmen und Selbstständige dabei unterstützen besser sichtbar zu werden. Ihre Werbung/das Marketing optimieren. Denn ich sah so oft gute Angebote, die aber selten so wahrgenommen wurden, wie es hätte sein können.
Ja, das war sehr idealistisch.
Vielleicht einfach das weitverbreitete weibliche Helfersyndrom? 😉
Wie auch immer: Ich kombinierte mein Wissen rund ums Marketing mit guter Gestaltung und meinem großen Ideenreichtum.
Anfangs habe ich jedoch mehr Beraten als gestaltet. Der Fokus aufs Design kam erst später. 2014 habe ich das Marketing offiziell in Rente geschickt und meinen Unternehmensnamen auf WILDPEPPERMINT-DESIGN geändert.
Warum ich mich vom klassischen Marketing entfernt habe
In den ersten Jahren hat mir die Marketing-Zusammenarbeit mit meinen Kund*innen viel Spaß gemacht. Ich hatte mich sogar beim KfW als Beraterin für Gründer-Coaching registrieren lassen. Aber irgendwann wurde es mir einfach zu viel, beides anzubieten. Zumal „richtige“ Marketingberatung bzw. Coaching unglaublich viel Zeit „gefressen“ hat. Ich wollte es gut machen und habe meist viel mehr reingesteckt, als eigentlich nötig gewesen wäre. Und so blieb häufig zu wenig Raum für Designprojekte.
Das hat mich einerseits ziemlich gestresst. Und andererseits kam noch etwas anderes dazu, was einfach nicht mehr für mich passte. Das klassische Marketing.
Es fühlte sich für mich irgendwann einfach zu aufgesetzt an.
Etwas in mir sträubte sich einfach dagegen.
Obwohl, ich habe immer versucht meinen Weg zu gehen. Also so ein Mittelding aus Klassisch, so macht man das und mein etwas anderer, lockerer Weg. Wenig Fachchinesisch, keine aufgesetzten Methoden, sondern echte Unterstützung.
Dazu fällt mir gerade noch eine kleine Anekdote ein.
Ganz zu Anfang, eine meiner ersten Kundinnen, war ziemlich am Boden, hatte viel Geld für einen Marketingberater ausgegeben, der ihr null gebracht hat. Er hat ihr zwei Leitz-Ordner mit Standard-Marketing-Gelaber dagelassen, womit sie rein gar nichts anfangen konnte. Da hätte sie sich ebenso gut ein Fachbuch für ein paar Euro kaufen können.
Nun ja. Ich hätte helfen können, hatte sogar schon eine Strategie im Kopf, aber ich kam damals zu spät und sie hat Ihr Business ein paar Wochen später aufgeben müssen.
Ich sah – und sehe noch immer – Unternehmen und Selbstständige, die viel Potenzial haben, habe Vorschläge ausgearbeitet, ein paar Mal Workshops/Vorträge bei Gewerbevereinen organisiert, aber selten wurden meine Vorschläge umgesetzt.
Das war wenig erquicklich. Und ein weiterer Punkt, dass ich mich dafür entschieden habe, das Marketing aus meinem Angebot zu streichen.
Das Marketing blieb, aber anders
In dem Moment war es wie ein Befreiungsschlag.
Und mein Hauptfokus wurde: Gestaltung. Genauer gesagt: Grafikdesign.
Aber: Das Marketing-Denken ist nie ganz verschwunden, es blieb nur eher im Hintergrund.
Im Laufe der Zeit, merkte ich bei der Zusammenarbeit mit meinen Kund*innen – es waren überwiegend Gründer*innen – dass mein Marketinghirn wie von selbst immer mitdachte. Mir fielen im Austausch sofort Ideen und Möglichkeiten ein, was man verbessern, vereinfachen oder anders angehen könnte. Oder wo es Synergien gibt und ähnliches.
Ich habe schon immer viele Fragen gestellt, nachgehakt, mit- und weitergedacht und so meinen Kund*innen nicht nur Impulse mitgegeben, sondern echte Orientierung, oft über den eigentlich beauftragten Projektumfang hinaus.
Ich konnte und kann es einfach nicht abstellen.
So bin ich eben.
Und kürzlich hatte ich diesen Aha-Moment:
Das Marketing verschwand eigentlich nie ganz, obwohl ich es nach außen nicht mehr gezeigt habe. Es hat nur seine Form verändert. So könnte man es wohl ausdrücken.
Dann kam die KI und alles wurde noch mal anders
Wann genau kam dieser KI-Hype eigentlich auf? Vor zwei Jahren? Oder sind es schon drei? Wie auch immer. Als die ersten KI-Tools auf den Markt kamen, waren die meisten Menschen in meinem Umfeld irgendwo zwischen die KI macht jetzt alles, wir Kreativen werden unsere Jobs verlieren, uns braucht niemand mehr. Die KI kann alles schneller, besser und billiger.
Teilweise hatte ich den Eindruck, eine regelrechte Panik brach aus, wegen eines möglichen Jobverlusts. Und damit die totale Ablehnung. Aber es zeigte sich auch eine gewisse Neugierde von Nicht-Designer*innen, die dieses neue „Ding“ ausprobieren wollten, mit dem Gedanken, jetzt kann ich alles selber machen.
Und ich?
Ich schwankte zwischen „Oh, cool“ und „Oh je …“
Blieb aber offen und eher im Beobachtungsmodus.
Nicht in Panik verfallen: Beobachten und Testen
Nach dem ersten Schock und späteren Hype, dachte ich mir: Sieh dir einfach alles einmal genauer an. Setze dich damit auseinander. Was kann die KI wirklich? Wo kann sie mich sinnvoll unterstützen? Was bedeutet es wirklich für mein Business?
Die Neugierde siegte und ich probierte alles Mögliche aus.
Ich las zwei Bücher und habe sie sogar hier im Blog rezensiert – zum Beispiel „KI trifft Kreativität“. Hab mir meine Gedanken gemacht und div. Tools ausprobiert.
Mein Fazit zum heutigen Zeitpunkt:
Design kann schneller werden, wenn man es richtig, mit Sinn und Verstand anstellt. Manche Abläufe werden einfacher (ein Beispiel: Ich habe eine Figur mit Illustrator gezeichnet und ich kann sie quasi mit einem Klick drehen, die Ansicht ändern, ohne neu zeichnen zu müssen). Ich nutze die KI zum Beispiel gerne, um für Blogbeitrags-Ideen eine Struktur für den Aufbau generieren zu lassen.
Das Negative will ich allerdings nicht verschweigen: es entstehen so immer schneller, immer mehr Inhalte, Stichwort: KI-Slop. Das Netz wird überflutet, weil jetzt alle ganz schnell Texte parat haben, schnell ein Design von der KI, und fertig.
Dadurch wird aber eben auch vieles austauschbarer und oberflächlicher.
Was durch KI jetzt wirklich wichtiger wird
Ja, es ist verlockend. Ich verstehe es. Dennoch: die KI birgt noch eine Gefahr. Die kognitiven Fähigkeiten lassen nach, es werden Unstimmigkeiten übersehen, man wird nachlässig. Um mal ein paar Punkte zu nennen.
Aus meiner Sicht wird jedoch genau dadurch auch etwas anderes (wieder) wichtiger:
Nämlich echte Begleitung,
das aufmerksame Zuhören,
Klarheit im Angebot, im Auftritt.
Und besonders wichtig:
Menschlichkeit, individuelle Erfahrungen, das Zwischen-den-Zeilen-Hören.
Heute fühlt sich meine Arbeit vollständiger an als viele Jahre zuvor.
Die ersten Jahre: Marketing mit etwas Grafikdesign. Dann Grafikdesign mit etwas Marketing – im Hintergrund. Und heute: fühlt sich alles rund, klar und 100 % stimmig an. Nicht wie eine Rückkehr in altes Marketing.
Warum sich heute plötzlich alles stimmig anfühlt
Es ist eine neue Verbindung entstanden, aus: Gestaltung, Erfahrung, Strategie, Intuition und echter Begleitung. Kurz gesagt:
Manche Dinge verschwinden nicht.
Sie tauchen später einfach in neuer Form wieder auf.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich meine neue Markenbegleitung gerade so klar und stimmig anfühlt.
Denn heute geht es für mich nicht mehr um klassisches Marketing mit Strategien von der Stange oder irgendwelche „So musst du sichtbar werden“-Konzepte.
Es geht um etwas anderes.
Nicht nur gestalten, sondern begleiten
Es geht um genaues Zuhören.
Um die richtigen Fragen.
Um Klarheit.
Darum herauszufinden, was wirklich passt — und was eben nicht.
Übrigens: Ganz aktuell startet bei mir eine solche Begleitung. Und ich freue mich schon jetzt auf unser erstes ausführliches Gespräch, wenn wir gemeinsam sortieren und Schritt für Schritt einen stimmigen Auftritt entwickeln.
Und noch etwas wird mir gerade so richtig klar:
Wie sehr ich dieses Mit- und Weiterdenken und das Zwischen-den-Zeilen-Hören eigentlich liebe.
Das gemeinsame Entwickeln.
Zu sehen, wie meine Kund*innen, ihr Business und ihre Marke wachsen und gedeihen — mit der richtigen Pflege.
Hach … ich liebe diese Natur-, Pflanzen- und Wachsen-Metaphern. 🙂
Und ich bin mir ziemlich sicher: Genau das ist heute mein Weg.
Nicht nur gestalten.
Sondern Menschen und Marken ein Stück begleiten.
Also: Ein bisschen Back to the roots.
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… ist seit 22 Jahren Grafikdesignerin. Ihr Schwerpunkt ist nachhaltiges Design. Sie gestaltet Logos & Branddesigns. Sie unterstützt kleine Manufakturen, Solo-Selbstständige & Visionär*innen beim gesamten Markenauftritt. Ihr Angebot richtet sich an Menschen, die für ihre Idee brennen, die Nachhaltigkeit nicht als Trend verstehen und etwas in dieser Welt bewirken wollen.
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